Die Welt schaut gebannt nach USA, um zu sehen welche Initiativen dort gemacht werden, um die Konjunktur zu beleben. Bekannt ist bereits, dass Obama die lange vernachlässigte Internet Infrastruktur in USA auf den neuesten Stand der Technik bringen möchte. Im Gegensatz zu unseren Strategen versteht er aber offensichtich, dass man nicht nur Glasfaserkabel verlegen muss, sondern auch an den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und öffentlichen Anwendungen arbeiten muss, um dem Bürger attraktive Internet Dienste anbieten zu können. Ein kritischer Punkt für den ländlichen Raum ist zur Zeit die Verwendung der bisher für analoges Fernsehen verwendeten Frequenzbänder. Während in USA die Aufsichtsbehörden offensichtlich wenigstens einen Teil für allgemeine Nutzung (ähnlich WLAN) freigeben wollen, sind in Deutschland die Lobbyisten von Telekom und Vodafon bestrebt, diese Funkbänder in der Mobilfunkbranche zu verteilen, um sich damit lästige Konkurrenz (auch von den Bürgern) für den mobilen Internetzugang vom Leib zu halten. Zur Zeit kann man ja bei der Regierung beliebige Zugeständnisse erhalten, wenn man mit dem Verlust von zwei Arbeitsplätzen droht. Die frei werdenden Frequenzbänder können aber nur einmal verteilt werden. Durch ungeschicktes Taktieren kann Deutschland vom Weltmarkt abgehängt werden oder der Internet Zugang im ländlichen Raum wird erheblich teurer als in anderen Ländern, was ja der Wirtschaft aber nicht den Bürgern hilft.
Beiträge vom Dezember 2008
Obama’s Internet Initiative
Dezember 16, 2008 · Kommentar schreiben
Kategorien: IT · Politik
Mit Tag(s) versehen: Analog Fernsehen, Frequenzbänder, Internet Zugang, ländlicher Raum
Politik mit Web 2.0 Managen
Dezember 12, 2008 · Kommentar schreiben
Der designierte US Präsident zeigt unseren Politiksauriern wie man mit Hilfe der Web 2.0 Techniken und der Bürger, die diese nutzen, Vewränderungsprozesse in der Politik beschleunigen kann. Blogs werden im Vorfeld der Gesetzgebung in den Stäben und zum Austesten der Stimmung in der Bevölkerung und auch zum Sammeln guter Ideen einer breiten Basis benutzt. Dadurch vermeidet man Aktionen, die hinterher bei der Bevölkerung keine Akzeptanz finden oder vom Bundesverwaltungsgericht wieder kassiert werden. Geplante Aktionen kann man auch über Blogs niederschwellig in die interessierte Öffentlichkeit bringen und vorab testen. Die traditinellen Druckmedien können dabei durchaus eine wichtige Rolle spielen, wenn sie Diskussionimpulse und Moderation von hoher Qualität bieten. Dafür kann man, wie Paul Krugman zeigt, einen Nobel Preis gewinnen.Typisch ist dabei dass Sachthemen und nicht politische Ränke diskutiert werden.
Während hierzulande noch im Uraltstil mit einer Organisation in Ressorts (Finanz, Wirtschaft, Justiz usw)gemanged wird, stellt Obama hochkarätige Teams zusammen, die an Themen wie Energie- und Umwelt, Gesundheit usw wirklich arbeiten und nicht nur für einen Gipfel zusammen gerufen werden, ohne dass Aktionen beschlossen und hinterher kontrolliert werden. Typisch ist wie z.B. Frau Merkel die Führungsrolle in der Umweltpolitik verloren hat, weil es nach ein paar markigen Worten am Sachmanagement gemangelt hat. Für fast alle Aktionen in Deutschland sind hochkomplexe Abstimmungen zwischen den selbstherrlich regierenden Ministern und deren Ressorts notwendig. Das ist eine hervorragende Strategie wenn man den Status Quo bewahren und Veränderungen abblocken will. In einer Zeit, in der große Veränderung in Gesellschaft und Politik notwendig sind, ist man dadurch aber viel zu langsam. Die Nutzung von SMS in der Regierung ist da als Kommunikations- und Kooperationstechnik wohl nicht ausreichend. Leider ist es jetzt für die Weiterbildung in Kollaboration fürPolitiker und die Beamten in den Ministerien ein bischen spät – das passt aber zum Gesamtbild.
Kategorien: IT · Politik
Mit Tag(s) versehen: Blog, Merkel, Obama, Politik, Web 2.0
SAP 3.0 ?
Dezember 10, 2008 · 1 Kommentar
Der Streit der Mittelstandskunden mit SAP um die Erhöhung der Software Wartungskosten zeigt ein strukturelles Problem der kommerziellen IT speziell in Deutschland. Die bestehende und über Jahrzehnte gewachsene Software und Systemarchitektur von SAP und die erforderlichen Wartungs- und Beraterstrukturen sind für viele mittelständische und kleine deutsche Unternehmen (und noch mehr für Unternehmen im Ausland) zu teuer und organisatorisch nicht beherrschbar. Hier wird eine ähnliche Revolution in der Software wie bei der Hardware weg von den teuren IBM Mainframes hin zu PC Strukturen erfolgen.Durch einseitige Förderung und Unterstützung der IT für Großunternehmen wird Deutschland wohl seine führende Rolle bei der kommerziellen Datenverarbeitungssoftware nicht halten können.
Durch den Weggang von Shai Agassi von SAP (der jetzt die innovative Elektro-Mobility Firma Better Place leitet) sind die innovativen Kräfte innerhalb der SAP entscheidend geschwächt worden, sodass aus der SAP Organisation wohl nicht die notwendigen Innovationen für die Business Software 3.0 kommen werden. So ähnlich wird auch die heutigen Autoindustrie nicht die Produkte der Mobilität der Zukunft entwickeln, weil dadurch das bestehende Geschäft kannibalisiert wird. Im Moment stehen zwar einige Bewerber für den Markt der Unternehmenssoftware 3.0 in den Startlöchern, ein Innovations- oder Marktführer ist jedoch noch nicht in Sicht obwohl sich Microsoft und Google bereits in diesem Markt positionieren..
Kategorien: IT · Politik · Software
Mit Tag(s) versehen: Better Place, SAP, Shai Agassi, Software, Unternehmen
Sachsen streitet mit Infenion um Qimonda
Dezember 8, 2008 · 1 Kommentar
Schon länger war klar, dass der Halbleiterstandort Dresden extrem gefährdet ist, weil eine reine „dumme“ Fertigung z.B. von Speicherchips ohne Entwicklung und Vertrieb von intelligenten Halbleiterprodukten in Deutschland nicht profitabel betrieben werden kann. Überraschend ist jedoch wie schnell die Krise in den Qimonda Fabriken angekommen ist. Die Weltfinanzkrise wird den Niedergang der anderen Halbleiter Werkbank Firmen im Raum Dresden noch beschleunigen. Damit zeigt sich mal wieder, dass staatliche Industrieförderung weder bei den Banken noch in der Realwirtschaft langfristig erfolgreich ist und Grossmannsucht wieder die Beschäftigten als Verlierer im Regen stehen lässt.
Kategorien: Hardware · IT
Mit Tag(s) versehen: Dresden, Halbleiterindustrie, Infenion, Qimonda