IT Politik

Beiträge vom November 2008

Europeana Datenbank gleich nach Eröffnung zusammengebrochen

November 23, 2008 · 1 Kommentar

Die mangelnde Kompetenz der EU Administration auf dem Gebiet der IT hat sich mal wieder in einem peinlichen Desaster bei der Eröffnung der europäischen Klutur Datenbank gezeigt. Schon eine geringe Last, liess das System zusammenbrechen. Nun bleibt die Datenbank vorerst geschlossen bis die Hardware aufgerüstet wird. Offensichtlich kennt man bei der EU die Uralt Web Regel nicht: Plan for Success!

Positiv ist aber, dass die EU wohl zum ersten Mal ein IT Projekt durchgeführt hat, das die Bürger wirklich interessiert. Die Europeana Datenbank zielt dabei in eine Schwachstelle von Google: Geschichte kommt bei Google praktisch nicht vor – man kann nach historischen Daten in Google nicht vernünftig suchen.

Kategorien: Politik · Software
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Teenager und Soziale Netzwerke

November 20, 2008 · Kommentar schreiben

Im Gegensatz zu vielen Eltern und Älteren, die sozialen Netzwerken sehr reserviert gegenüber stehen, haben die Teenager sehr schnell gelernt mit dem neuen Medium umzugehen. Eine Studie der MacArthur Foundation , bei der das alltägliche Verhalten der Teenager untersucht und nicht über alle möglichen Folgen spekuliert wurde, zeigt, dass die Teenager das neue Medium weitgehend dazu benutzen, persönliche Kontakte aufzubauen und zu nutzen. Dabei lernen sie auch, mit dem neuen Medium umzugehen. Der Ausbau der persönlichen Kontakte war ja auch die ursprüngliche Idee der sozialen Netzwerke! Man kann nur hoffen dass die Elterngeneration den Umgang mit den neuen Medien auch erlernt. Schließlich sendet ja auch heute der Großteil der Bevölkerung SMS obwohl am Anfang die Ablehnung ähnlich groß war wie heute bei sozialen Netzwerken.

Kategorien: Allgemein
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Web 2.0 im Bundeswahlkampf?

November 14, 2008 · Kommentar schreiben

Während Obama mit Beratern aus der Social Network Szene gezeigt hat, wie man im Webzeitalter Basisdemokratie auch für jüngere Leute realisieren und damit Veränderungen in der Politik erzwingen kann, haben die Webignoranten in Deutschland noch immer das Heft fest in der Hand. Natürlich ist die derzeitige Politikerkaste (Meister des versprochenen Wortes) nicht interessiert, Konzepte im Web vor der Wahl zu dokumentieren und basisdemokratische Strukturen zu unterstützen. Hierzu müsste es in Deutschland wohl eine Initiative der jüngeren Generation geben, die ihre Bundestagsabgeordneten intellektuell und charakterlich im Web durchleuchtet, um zumindest die Nominierung der schlimmsten Parteilkader zu verhindern. Da in Deutschland aber der Wähler keinen direkten Einfluss auf die Nominierung der Kandidaten hat, ist die Motivation für Basisdemokraten natürlich schwierig. Das Web böte aber zum Beispiel einer neuen Kraft der Mitte – Freie Wählervereinung – eine Möglichkeit, einen effektiven, billigen  Wahlkampf zu führen und die politische Landschaft nicht nur in Bayern zu verändern. Damit würde einer der wenigen sinnvollen Vorschläge von Herrn Wallraff zur Lösung der Finanz- und Gesellschaftskrise, den ich bei Talkshows gehört habe, umgesetzt werden : „Mehr Basisdemokratie im Staat und Unternehmen!“ Oder wie sagte der Management Guru Jack Welch so schön: “ Ich will dass meine Mitarbeiter ehrlich sind – auch wenn es sie ihre Anstellung kostet!“ Das sollte auch für Politiker nicht nur in Hessen gelten.

Kategorien: Politik · Software · Web 2.0
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Viel Geld für alte Technologien – kein Geld für Innovation

November 6, 2008 · Kommentar schreiben

Nachdem die Regierung Milliarden der Bürger für die unproduktiven Spekulationen der Finanzbranche zum Fenster hinausgeworfen hat, soll nun auch noch die Automobilbranche ähnlich wie in USA eine Milliardenhilfe bekommen, wohl als Prämie, dass Daimler, BMW und Co die Entwicklung effizienterer und billigerer Fahrzeuge verschlafen haben. Es ist sicher auch nicht viel Innovation erforderlich, alternative Energien und Energie sparende Innovationen zu unterstützen.Investionen in Köpfe wird man jedoch im Konjunkturprogramm nicht finden. Dabei sollte es jedem klar sein, dass Deutschland sich dringend neue Wachstumsfelder erarbeiten muss. Hier sollte man auch daran erinnern, dass die Förderung alternativer Energien durch die Grünen in die Politik gebracht wurde, während sich die großen Parteien nur dafür interessiert haben, weil man die Grünen für die Mehrheitsbildung gebraucht hat.  

 Sam Palmisano, IBM CEO, schlägt nun für die USA eine grosse Technologieoffensive vor, mit der das Land insgesamt effizienter bei Energie, Verkehr, Gesundheit, Verwaltung usw werden soll. Dies ist sicher nicht ganz uneigennützig, da IBM von solchen Projekten profitiert. Jedoch kann man nur mit solchen Visionen wirkliche langfristige Innovationen in der Gesellschaft voranbringen. Während die Amerikaner sagen „I had a dream … Yes, we can“ versinkt Deutschland lieber im Alptraum der Parteipolitik. Allenfalls begibt man sich mal kurzzeitig auf einen IT Gipfel, der mühelos mit einer Einladung der Kanzlerin erreicht werden kann und betrachtet von dort wie z.B. Siemens die letzten Reste der deutschen Computerindustrie nach Asien verkauft. Damit hat man auch ein Problem des Bildungsgipfels erledigt. Wenn es keine IT Industrie in Deutschland mehr gibt braucht man auch keine Ingenieure und Informatiker.

Kategorien: Hardware · Politik · Software
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PINologie der Gesundheitskarte

November 3, 2008 · 1 Kommentar

Jedem Smartcard Praktiker war immer klar, dass die PIN Strategie der Gesundheitskarte nie funktionieren wird. Die Benutzer können sich mit Ach und Krach eine vierstellige PIN für ihre Bankkarte merken. Dies auch nur weil sie die Karte häufig benutzen und man heute ohne Bankkarte und PIN nur am Bankschalter unter Murren der Bankangestellten an Bargeld kommen kann. Ein grosser Teil der Bevölkerung wird wohl die Gesundheitskarte nur selten einsetzen und wird sich den PIN mit sechs Stellen wohl nicht merken oder im fortgeschrittenen Alter oder im Notfall nicht eingeben können. Beim Gesundheitskarten Feldversuch in Schleswig-Holstein hatten 75% der Patienten ihren PIN vergessen!  Um das Projekt zu retten haben die Verantwortlichen vorgeschlagen, dass der Arzt stellvertretend die PIN des Patienten verwaltet und für ihn eingibt. Der Patient muss wohl dann immer zum gleichen Arzt. Kommt der Vorschlag eventuell aus dem Gesundheitsministerium, um das umstrittene Hausarztmodell mit Technik durchzusetzen?  Interessanterweise findet dieser unsinnige Vorschlag sogar die Unterstützung der Datenschützer.  Leider funktioniert auch dieser Vorschlag nicht, da auch 30 % der Ärzte ihren PIN für ihren Ärzteausweis, den man zum Auslesen der Patientenkarte benötigt,  vergessen haben. 

Die Apotheker schlagen auch Alarm, da sie jedesmal beim Auslesen einer Rezepts nicht nur ihren Ausweis in den Leser stecken sondern auch ihren sechsstelligen PIN eingeben müssen. Hier schlägt man die Benutzung eines RFID Tags anstatt der PIN vor, dass sich der Apotheker an die Kleidung heften soll. Wahrscheinlich wird dann ein RFID Tag in der Apotheke gleich an den Leser geklebt, damit der Betrieb reibungslos läuft. Das ganze Projekt Gesundheitskarte wird dadurch immer kafkaesker.

Am Grossprojekt Gesundheitskarte ist ähnlich wie beim Finanzsystem eine gruppendynamische Automatik zu beobachten. Obwohl eigentlich jeder der Beteiligten weiss, dass das System unsinnig ist, scheuen sich alle Beteiligten die Wahrheit auszusprechen – des Kaisers neue Kleider lassen grüßen. Schliesslich hängt der eigene Job vom Fortgang des Projekts ab. Mit der Gründung der Firma gematik für das Projektmanagement der Gesundheitskarte hat man dieses Problem auch noch institutionalisiert. Alle Beteiligten wollen es sich mit ihren Kollegen und Projektpartnern  nicht verderben und dann ins Abseits gestellt werden. Für Politiker bedeutet jede Einsicht Niederlage und Machtverlust. Vorschläge von aussen werden weder diskutiert noch akzeptiert. Zumindest gibt es eine weitere Gemeinsamkeit mit dem Finanzdesaster – am Ende müssen wir Bürger die Zeche zahlen!

Kategorien: Hardware · Politik · Software
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