Der Laie wird sich wohl ein wenig wundern warum die Deutsche Bank, die in der jetzigen Finanzkrise ja genug eigene Probleme hat, jetz auch noch die Postbank aufkaufen will. Einer der Gründe liegt in der IT Landschaft der beiden Unternehmen. Die Deutsche Bank hat 2004 die ganze Abwicklung des Zahlungsverkehrs an die Postbank übetragen . Damit hat man kurzfristig zwar Geld gespart, eine große Zahl Mitarbeiter verschoben und den Gewinn gesteigert, kann aber kein eigenständiges Privatkundengeschäft mehr betreiben (das war damal ja auch nicht strategisch). Man stelle sich nur vor, dass die Postbank von einem Konkurrenten der Deutschen Bank aufgekauft wird und die Deutsche Bank keine Kundenüberweisung mehr prozessieren kann. Strategisches Outsourcing will eben gut überlegt sein!
Beiträge vom Oktober 2008
Warum die Deutsche Bank die Postbank kaufen muss
Oktober 28, 2008 · Kommentar schreiben
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Neue Einkommensquelle für Telecom, Vodafone und Co?
Oktober 14, 2008 · Kommentar schreiben
Die Mobilfunkanbieter suchen verzweifelt nach neuen Einkommen, nachdem die Erlöse im konventionellen Geschäft zurück gehen und die Anbindung ans Internet mangels sinnvoller und bedienbarer Funktionen offensichtlich nicht zum Renner wird. Verizon in USA versucht nun eine neue Einkommensquelle zu erschliessen. Firmen, die Textnachrichten an die Kunden von Verizon verschicken, sollen 2 Cent pro Nachricht an Verizon zahlen. Schickt man nämlich z.B. eine eMail an ein mobiles Gerät, bezahlt anders als bei SMS oder MMS nur der Empfänger und nicht der Absender! Der Firmen und Hacker Spam kann dabei für den mobilen Kunden sehr teuer kommen. (Siehe auch: Mobile Adresse sollte geheim gehalten werden ) Leider vergeben die Mobilfunkbetreiber eMail Adressen, welche die Telefonnummer enthalten und damit praktisch jedem verfügbar sind. Das gibt dann wieder eine Baustelle für den persönlichen Datenschutz bei Telekom und Co.
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Internet Betrug – Melden – Anzeige erstatten – wo und wie?
Oktober 12, 2008 · 23 Kommentare
Es vergeht kein Tag an dem nicht über Betrug, Verletzung des Datenschutzes, Spam usw im Internet in den Zeitungen und bei Heise Security berichtet wird. Versucht man jedoch einen Missstand zu melden, findet man in Deutschland anders als in USA keine zentrale Stelle und kein Internet Beschwerdeformular wie in USA , wo man eine Beschwerde abgeben könnte. Versuchen Sie es doch einfach mal bei BSI für Bürger – viel Glück! Theoretisch kann man ja eine Anzeige bei der nächsten Poliziedienststelle machen oder einen Anwalt bemühen, daran wird man aber viel Freude und Kosten haben. Neu 2009: Baden-Württemberg hat eine Beschwerdestelle eingerichtet siehe hierzu Beschwerde Internet.
Nachdem ja unser jetziger Verbraucherschutzminister in die Niederungen von Bayern zurückkehrt, kann man ja hoffen, dass der Nachfolger mal diese Gelegenheit zur Profilierung nutzt. Der Dank der Internetgemeinde ist ihm sicher!
Achtung: Nachdem die Kommentare zu diesem Post etwas ausser Kontrolle geraten sind (einige Kommentare wurden gelöscht), habe ich die Kommentare zu diesem Artikel gesperrt.
Bitte machen Sie einen Eintrag in einem spezifischen Blog, wenn sie einzelne Betrugsfälle diskutieren wollen. Die Diskussion beweist einmal mehr, dass in Deutschland eine zentrale Stelle zur Meldung von Betrugsfällen fehlt.
Kategorien: Allgemein · Politik
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Die Rolle der Computer in der Finanzkrise
Oktober 12, 2008 · 1 Kommentar
In einem Artikel der Ny Times wird sehr schön beschrieben, welche Rolle mathematische Modelle und Computerprogramme bei der Entstehung der Finanzkrise spielen. Das Hauptproblem sind ja nicht die faulen Immobilienkredite in USA – zumindest die Häuser stehen ja noch, wenn sie auch nur noch 50 % des fiktiven Wertes von vor ein paar Wochen haben. Das eigentliche Problem sind die fiktiven Finanzprodukte, die durch keinerlei realen Werte gesichert sind und sich damit natürlich auch beliebig vermehren lassen und um Faktoren größer als das Eigenkapital der Banken sind. Früher hieß das „Spielgeld“ – ließ sich aber noch anfassen. Die Finanzkrise scheint ein unschönes Beispiel für die Verselbstständigung von Maschinen und der in der Banken IT immer wieder beschworenen automatischen Businessprozesse zu sein, die immer wieder in der Science Fiction und Informatik Forschung beschworen wurde. Ein Beispiel:
But we are suggesting neither that the human race would voluntarily turn power over to the machines nor that the machines would willfully seize power. What we do suggest is that the human race might easily permit itself to drift into a position of such dependence on the machines that it would have no practical choice but to accept all of the machines’ decisions. … Eventually a stage may be reached at which the decisions necessary to keep the system running will be so complex that human beings will be incapable of making them intelligently. At that stage the machines will be in effective control. People won’t be able to just turn the machines off, because they will be so dependent on them that turning them off would amount to suicide.
Autor: Theodore Kaczinski - eine glasklare Analyse eines Psychopathen, besser bekannt unter dem Pseudonym Unabomber.
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Fortschritt und mehr Bürgernähe mit Seehofer?
Oktober 9, 2008 · 1 Kommentar
Die CSU in Bayern glaubt, mit Horst Seehofer zu neuen Ufern mit erhöhter Bürgernähe aufbrechen zu können. Schaut man sich jedoch die Ansicht Seehofers zu öffentlicher Diskussion mit den Bürgern im Abgeordnetenwatch an, so erkannt man, dass Herr Seehofer eventuell die Hoheit über einen Stammtisch in Bayern nach einem Beckstein Gedeck (1/2 Hendl und 2 Mass Bier) erzielen, aber die vielen Wähler im Internet, wo auch die bayrischen Geflügelzüchter angekommen sind, wohl nie erreichen kann. Mit der Haltung wird man wohl auch nicht mehr in Bayern „Hahn im Korb“, Offensichtlich haben offensichtlich auch Herrn Seehofers Mitarbeiter im Abgeordnetenbüro wichtigeres zu tun, als Anfragen der Bürger zu beantworten. Dabei hat Barack Obama eindrucksvoll gezeigt, wie Politiker heute mit dem Internet arbeiten können. Vorwärts Bayern – wir müssen zurück!
Kategorien: Politik
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Nächste IT Dummheit – Steuer-Identifikationsnummer
Oktober 9, 2008 · Kommentar schreiben
Die neue Steuer-Identifikationsnummer wurde den Bürgern als elfstellige Zahl angekündigt, die den Bürgern zufällig zugeordnet wird. Selbst Nichtmathematikern fällt dagegen sofort auf, dass die Zahlen nicht zufällig gewählt sein können, wenn schon in der Familie ein Großteil der Zahlen übereinstimmt. Der Verdacht, dass man sich im Finanzministerium sich in der Wahrscheinlichkeitsrechnung nicht auskennt, bestätigt sich, wenn man sich die Generierung der Zahlen ansieht. Das Argument des Finanzministeriums, dass man aus den Zahlen keinen einfachen Schluss auf Familie usw ziehen kann, ist richtig aber eine gute Zufallszahl ist die Steuer-Identifikationsnummer sicher nicht. Eine absolute organisatorische Fehlleistung ist jedoch die Beschränkung auf eine einzige Prüfziffer. Damit können falsche Identifikationsnummern einfach generiert werden und auch mit hoher Wahrscheinlichkeit (maximal 10%) unentdeckt bleiben! Ausserdem kann praktisch jeder eine falsche Steuer-Identifikationsnummer generieren und angeben. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird diese fiktive Nummer auch einer realen Person zugeordnet sein. Damit ist dem Missbrauch Tor und Tür geöffnet.
Das zeigt mal wieder, dass der Bund unfähig ist, die Anforderung an größere IT Projekte mit der notwendigen Sorgfalt zu definieren. Der Anfangsverdacht besteht zu Recht, dass das auch für andere Projekte gilt, deren Unsinn nicht einfach mathematisch nachgewiesen werden kann.
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Microsoft investiert in Labor bei München
Oktober 3, 2008 · Kommentar schreiben
Im Kampf gegen Google (Google hat 80% Marktanteil in Europa gegenüber 60% Marktanteil in USA) investiert Microsoft in drei Labors in Europa in Paris, London und München. Man nimmt an, dass mehrere hundert Forscher und Entwickler in München neue Suchtechnologien u.a. auch für mobile Geräte entwickeln werden. Microsoft hat ja genug Geld in der eigenen Kasse, um auch während der Finanzkrise zu investieren.
Typisch ist, dass Microsoft, die Region in Deutschland ausgewählt hat, die für Entwickler am interessanten ist. Die großen Firmen lassen sich auch mit hohen „Prämien“ nicht in die Provinz locken (siehe Nokia in NRW).
Damit haben europäische Entwickler aus den EU Projekten Quaero (Frankreich) und Theseus (Deutschland) wenigstens eine berufliche Perspektive bei einem US Unternehmen. Die Forschungsförderung in der EU übernimmt damit mal wieder die Ausbildung der Mitarbeiter von US Firmen, was ja immerhin besser ist, als diese „Forscher“ weiterhin aus dem EU Etat zu bezahlen, ohne dass eine wirtschafliche Verwendung in der EU in Sicht ist.
Kategorien: Politik · Software
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