Beiträge vom August 2008
Die Lehrer haben schon genügend Probleme mit den Schülern und deren Eltern. Dazu kommen noch die Bemühungen der diversen Ministerien. Wer sich mit der alltäglichen Realität an den Schulen vertraut machen möchte, sollte z.B. die Legasthenie Erlasse der Kultusministerien und die Kommentare dazu lesen. (Offensichtlich gibt es in den verschiedenen Bundesländern unterschiedliche Ausprägungen der Legasthenie). Dagegen sollte es eigentlich das Ziel der Schulverwaltung sein, den Lehrern das Leben wenigstens einigermaßen zu erleichtern. Natürlich haben alle Länder irgendwelche Server (natürlich jeder mit anderer Technologie) die IT Realität sieht jedoch düster aus. Eine zentrale Funktion wie das Erstellen und Ausdrucken von Zeugnissen ist in den meisten Ländern noch immer eine fast unlösbare Aufgabe, denen die Lehrerschaft jedes Jahr mit Schrecken entgegensieht. Die Erfassung erfolgt häufig mit Uralt Client Anwendugen, die nur unvollkommen an die neuen Richtlinien angepasst sind (Baden-Württemberg liefert da ein sehr schönes Beispiel, das in jedem Kurs für „Software Legasthenie“ als Anschauungsmaterial dienen könnte). Auf die Idee, das zentral auf einem Server zu machen, ist man offensichtlich noch nicht gekommen. Selbst wenn die Zeugnisse erstellt sind, kann man sie in Brandenburg noch nicht ohne weiteres ausdrucken.
Hilfreich wäre ein Gesetz zur Bildungsreform wenn Änderungen nur eingeführt werden können, wenn sichergestellt ist, dass man dafür auch Zeugnisse erstellen und ausdrucken kann.
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Im journalistischen Sommerloch bekommt der Datenschutz etwas Aufmerksamkeit, weil ein paar Journalisten auf den schon seit Jahrzehnten üblichen Verkauf von Privatdaten gestossen sind. Der Kauf und Verkauf von Privatdaten war auch schon vor dem Internetzeitalter eine wesentliche Grundlage der Werbewirtschaft. Nun tut man so, als ob der florierende Adressenhandel in Deutschland völlig überraschend entdeckt wurde. Ganz früher wurden kleine geprägte Adresskarten (ähnlich Kredikarten) für das Bedrucken von Briefumschlägen, dann Magnetbänder und jetzt eben CDs mit Adressen verkauft. Adressen von gut betuchten Kunden wie z.B. Ärzten brachten leicht eine DM pro Adresse. Da sind die jetzt gehandelten Adressen durch den technologischen Fotschritt deutlich billiger! Oder sind die Ärzte jetzt nicht mehr so gut betucht?
Persönliche Daten wie Namen, Adresse, Telefonnummer, eMail Adresse, Kontonummer waren und sind vielen Unternehmen und Behörden bekannt und damit nicht geheim. Man kann kaum nachweisen, wer die persönlichen Daten weitergegeben hat. Das Konzept des Datenschutzes mit Datenschutzbeauftragten, die immer mal wieder warnend ihre Stimmer erheben, aber keinerlei Weisungsbefugnisse für Behörden oder Unternehmen haben, kann man wohl als gescheitert betrachten. Die Regeln zum Datenschutz sind so lax, dass unberechtige Weitergabe von Daten praktisch nie geahndet werden kann. Der nachlässige Besitzer der Daten (auch Behörden) wird bei Datenklau praktisch nie belangt. Würde man z.B. regeln, dass bei missbräuchlicher Nuztung der neuen Steuer Identifikationsnummer der zuständige Finanzminister entlassen wird und alle Pensionsansprüche verliert, würde diese Identifikationsnummer wohl nie eingeführt werden.
Die einzig wirksame Methode wäre wohl, dass der Bürger gegen missbräuchliche Nutzung seiner Daten klagen kann und eine minimale Entschädigung von z.B. 100 € von der Firma oder der Behörde erhält, die seine Daten widerrechtlich nutzt. Jeder Werbebrief, eMail oder Telefonanruf müsste eine eindeutige Absenderidentifikationsnummer enthalten (da wäre die Steueridentifikationsnummer sehr praktisch!), mit der man die explizite Zustimmung des Bürgers überprüfen kann. Damit hätten auch die vielen Juristen in Deutschland, die sich zur Zeit mit Abmahnungen im Internet und anderen sinnlosen Klagen beschäftigen oder arbeitslos sind, eine vernünftige und lohnende Beschäftigung.
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Immer wieder kommt es zum Diebstahl persönlicher Daten. Unverständlich ist dabei, dass die Verwendung der gestohlenen Daten nicht bestraft wird sondern nur der Dieb, den man ja meist nicht einfach finden kann. Würde man den Hehler ähnlich wie den Stehler bestrafen, wären gestohlene Daten ziemlich wertlos. Findet man in einem Unternehmen nichtautorisierte Daten von Personen, müssten die Unternehmen empfindliche Strafen zahlen. Es ist unverständlich, dass weder der Verbraucherschutzminister noch der Datenschutzbeauftragte hier aktiv wird. Allerdings müssten sich die Behörden da auch warm anziehen, da Städte und Gemeinden die Daten Einwohnerdaten ohne ausdrückliche Zustimmung der Bürger verteilen.
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Viele Besucher und Journalisten beklagen sich zu Recht über die gesperrten Internet Seiten in China (man kann den chinesischen Firewall mit einem Anonymizer oder mit Opera Mini auf dem Handy umgehen!). Einen wesentlich mächtigeren Firewall hat die NBC in USA aus kommerziellen Gründen aufgebaut, um die olympische Eröffnungszeremonie in USA 12 Stunden später versetzt und exklusiv zur besten Werbezeit zu zeigen. Da zeigt sich eine gewisse Scheinheiligkeit. Informationssperren aus politischen Gründen werden verurteilt während Informationssperren aus kommerziellen Gründen offensichtlich OK sind. Zum Glück hat die Web Community alle möglichen Hintertürchen (YouTube, Zattoo …) gefunden, um sich die Eröffnungsfeier auch in USA live anzusehen. Viele Amerikaner haben wohl zum ersten Mal ARD Fernsehen auf dem PC angeschaut. Obwohl nur Zugriffe vom deutschen Netz auf die Life Streams erlaubt waren, haben clevere Hacker natürlich schnell den Firewall durchlöchert. Das zeigt einmal mehr, dass das Feilschen um exklusive Rechte bei der Fernsehübertragung so langsam keinen Sinn mehr macht. Die Bundesligavereine sollten sich das mal genauer ansehen bevor sie mit Herrn Kirch Exklusiv-Verträge abschließen.
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In USA gibt es zur Zeit eine lebhafte Diskussion ob die Forschung zur Abwehr biologischer Terrorattacken nicht gefährlicher ist als die Terroristen, da man hierfür viele Spezialisten und Labors benötigt. die mit den hochgiftigen Substanzen umgehen. Eine ähnliche Erfahrung musste die Bank in Liechtenstein machen, die zwar ein hochsicheres IT System aber offensichtlich nicht genug ehrliche Sicherheitsspezialisten hat, die mit den sensitiven Kundendaten umgehen können. Wenn man als IT Spezialist sein Gehalt mit dem der Banker vergleicht, kann man schon nachdenklich werden. Ähnlich wird es auch dem Datensammler Schäuble ergehen. Die Gehälter und die Moral der in den verschiedenen IT Sicherheitsdiensten Beschäftigten sind nicht so hoch, dass beliebigen Versuchen in jedem Fall wiederstanden wird. Unsere Politiker fallen ja schon ganz kurz nach ihrer Amtszeit bei Beträgen von weit unter einer Million um. Interessant ist auch, dass im Entwurf eines Gesetzes zur Abwehr von Gefahren des internationalen Terrorismus durch das Bundeskriminalamt zwar die Kosten (130 Planstellen 18 M€ Kosten im ersten Jahr) und mannigfaltige Bürokratiekosten genannt werden, aber keinerlei Angaben über Alternativen, Zielrichtung, Effektivitätsüberprufung durch Parlament usw erwähnt werden. Mit dem Argument Terrorbekämpfung kann man offensichtlich alle möglichen Bürokratien aufbauen. Die zentrale Sammlung von Daten ist natürlich besonders für Missbrauch anfällig – der Zugriff von technischen Administratoren wird in keinem Gesetz erwähnt oder gar geregelt. Dazu kommt ein technisches Tohuwabohu. Beim neuen Personalausweis werden ein biometrisches Bild und zwei Fingerabdrücke (freiwillig) erfasst. Nachdem die Künstler- und Ordensnamen per Gesetz abgeschafft werden sollten, werden diese jetzt wieder eingeführt werden (schliesslich hat man ja ein C im Parteinamen) – dafür gibt es jetzt auf dem Ausweis in Format einer Scheckkarte plötzlich Platz. Beim neuen Schengen Visumverfahren (BIODEV II) braucht man kein Bild aber zehn Fingerabdrücke ähnlich wie in USA. Die biometrischen Daten werden zwar dezentral gespeichert Polizei und andere Behörden haben jedoch automatische Zugriffstrechte. Liest man den Gesetzentwurf zum ePersonalausweis genauer, stößt man auf ein zentrales Sperregister, das praktisch von jedem Privatbetrieb ausgelesen werden kann. In einem Nebensatz wird auch erwähnt, dass die gesamten Personalausweisdaten auch beim Kartenhersteller gespeichert werden müssen – wie sonst könnte er sonst die Daten auf die Karte schreiben. Bundesdruckerei ich hör dir trappsen!
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