IT Politik

Beiträge vom Juli 2008

Das Bandbreitenkartell

Juli 31, 2008 · Kommentar schreiben

Die Bürger erhalten zur Zeit eine Lektion in Marktwirtschaft. Die Lieferung von Energie wird sowohl bei Öl und Gas als auch bei Strom von staatlich gestützten oder geförderten Kartellen sowohl in den Liefer- als auch in den Abnehmerländern beherrscht. Kein Wunder, dass die Preise immer weiter steigen. Die Verteilung von Strom soll gemäß Energiewirtschaftsgesetz Novelle 2 an „unabhängige“ Anbieter übergeben werden, wobei den Firmen vom Staat eine Kapital Rendite von 6,5 % garantiert wird. Das wird wohl keine große Zahl von Investoren anlocken. Die Forderung nach höheren Renditen stehen schon ins Haus. Mit Sicherheit werden die Strompreise noch mehr ansteigen, wenn noch mehr Unternehmen in der Wertschöpfung ohne wirklichen Wettbewerb beteiligt sind (wer hat schon mehrer Stromzuführungen in seinem Haus!). 

In einem Artikel OPEC 2.0  weist die NY Times darauf hin, dass heute eine vierköpfige Familie für Bandbreite (Festnetz, Internet, Mobilfunk) fast genausoviel Geld ausgibt, wie für Energie. Obwohl es viele Anbieter z.B. von Mobilfunkdiensten gibt, ist die Grundlage aller Netze -  die Bandbreite - in Händen weniger Monopolisten, die recht schlechten und wenig innovativen Service  bieten. Die vorhandenen Resourcen (Bandbreiten) werden deshalb zur Zeit nur zu 20% genutzt. 

In Deutschland haben wir eine ganz ähnliche Situation wie in USA. Das Festnetz und das Mobilfunknetz sind in der Hand einiger weniger Monopolisten, die sich nicht gerade durch Innovation und Kundenservice auszeichnen. Deren Monopole werden ja durch den Staat (gegen Gebühr) geschützt. Um wenigstens etwas Wettbewerb zu schaffen, sollte die heute nur noch von „Altdiensten“ z.B. lokalen Fernsehsendern genutzen Frequenzen zur Nutzung freigegeben und nicht wie bisher an Monopole vergeben werden. Dadurch könnten die Bürger auf innovative Services und niedrigere Kosten hoffen. Ein gutes Beispiel für Innovation durch öffentliche Bandbreite ist z.B. WLAN. Man stelle sich vor, dass man vor jeder Nutzung eines WLAN Gerätes eine Freischaltung durch Telekom oder Vodafone benötigen würde und auch für die Nutzung bezahlen müsste. Wir würden noch heute viel Kabel durch unsere Häuser und Wohnungen ziehen!

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Wenig Blogs in den Hightech Ländern

Juli 23, 2008 · 1 Kommentar

Die Stuttgarter Zeitung hat eine interessante Karte der Blogaktivitäten in Deutschland erstellt. Wie zu erwarten führt Berlin bei der Zahl der hochbewerteten Blogs während die „Hightech Länder“ Bayern und Baden-Württemberg noch Blog Entwicklungsländer sind. Baden-Württemberg scheint aber mit dem Bestatterweblog einen Renner für die Silver-Surfer geschaffen zu haben. Auch hier gilt wie in der Politik: Hauptsache vorn – egal wo und wie!

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eGovernment ohne Link Management?

Juli 21, 2008 · Kommentar schreiben

Bei Referenzen zu Websites von Bund, Ländern und Gemeinden fällt auf, dass ganz anders als bei kommerziellen Sites die Webadressen offensichtlich nicht systematisch verwaltet werden. Hat man mal ein Bookmark gesetzt, so läuft man sehr häufig schon nach kurzer Zeit in die Leere (404 Browser Fehler). Immer wieder findet man auch eGovernment Seiten, die nicht direkt addressiert sondern nur auf verwunschenen Wegen erreicht werden können. Auch scheint man von Pretty URLs, die dem Benutzer den Zugriff erleichtern, noch nie etwas gehört zu haben. Offensichtlich sind hier offensichtlich inkompetente Site Strategen (und externe Berater) am Werk, die immer mal wieder einen Grund finden, die Organisation einer Site zu ändern (wie erst neulich das Bundesfinanzministerium) ohne dass darüber nachgedacht wird, was mit den ganzen Referenzen passiert. Auf alle Fälle stehen da die Benutzer ziemlich hilflos da. Ein Unternehmen, würde mit einer solchen Strategie viele Kunden und seine im Web angesammelte Werbung und Kundeninformation verlieren. Beim eGovernment scheint das wenig zu stören, da die Kunden ja durch Zwangsabgaben(Steuern) unabhängig von der Qualität des Services bezahlen müssen. Moderne Mash Up Systeme, bei denen Funktionen und Seiten benutzergerecht in Portalen angeordnet werden, kann man damit natürlich nicht realisieren. Von modernen Composite Application Strukturen im eGovernment sind wir wohl noch Jahrzehnte entfernt.

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Veröffentlichung staatlich geförderter Forschungsergebnisse

Juli 18, 2008 · Kommentar schreiben

Der US Kongress hat die Veröffentlichung von Forschungsergebnissen aus staatlichen Forschungen erzwungen. Dagegen laufen natürlich die traditionellen Verlage Sturm, die im Internet sowieso der Bedeutungslosigkeit entgegengehen.. Die Qualität von Veröffentlichungen kann man auch im Internet durch Reviews erreichen. Interessant ist aber, dass viele wirklich wertvolle Ergebnisse aus der produktnahen Forschung oft gar nicht veröffentlicht werden, sondern von Firmen exklusiv genutzt werden, die sich einzelne Forschungsprojekte mit minimalem eigenem Kapitaleinsatz als billigen Ersatz für eigene Forschung halten. Das nennt man dann „Research Outsourcing“. Der Staat unterstützt mit seinen Subventionen damit indirekt Privatfirmen, die oft sogar im Ausland sitzen. Es ist sehr fraglich ob eine solche Wissenschaftsförderung im Sinne der braven Steuerzahler ist, die letztendlich diese Subventionen bezahlen müssen. Viele der hochgelobten „Graduierten Schulen“ der deutschen Exzellenz Initiative sollen nach diesem Prinzip arbeiten. Es ist allerdings unklar wie an innovative Forscher an „Schulen“ mit 1450 € Monatssalär gebunden werden können.

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eGovernment – Verkehrsplanung in Miami

Juli 3, 2008 · Kommentar schreiben

Ein schönes Beispiele für offene Planung mit Beteiligung aller Bürger ist Metropolitan Planning Organisation in Miami.  Die Beteiligung der Öffentlichkeit ist im Planungsprozess vorgeschrieben und im Miami Dade Portal vorbildlich umgesetzt. Hier kann der Bürger sich mit einer Karte z.B. informieren, welche Massnahmen in seiner Umgebung geplant sind, und sich an den Planungen beteiligen. Miami war eine der ersten Regionen, die den ursprünglich im Böblinger IBM Labor entwickelten Websphere Portal Server strategisch zur Verbesserung der Kommuikation mit den Bürgern eingesetzt hat. Die jahrelange Erfahrung merkt man dem Portal an. Deutschen Planern wird ein Blick in dieses Portal dringend empfohlen.  Die Technologie ist da – es kommt darauf an was man damit macht!  

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