Zur Zeit machen auffällig viele Politiker Dienstreisen zur Fußball EM nach Österreich. Üblich sollte es seine solche Reisen wenigstens durch einen dienstlichen Anlass zu kaschieren. Hier kann man empfehlen, doch einmal die eGovernment Organisation in Österreich zu studieren. Anstatt einen „Mass Up“ wie in Deutschland, bei dem Bund, Länder und Gemeinden völlig unkoordiniert vor sich hin wursteln und überall suboptimale Ergebnisse erzielen (kleine Ausnahme Bayern), hat Österreich in den letzten Jahren seine IT Struktur reorganisiert und standardisiert. In einer nicht ganz uneigennützigen Studie von Cap Gemini Ernst & Young werden Österreich die größten Fortschritte bei eGovernment attestiert. Für die Bürger wird der Umgang mit den Behörden dadurch aber nicht unbedingt leichter. Die geplante Einführung einer Bürgersignaturkarte, um das staatliche Smartcard-Unternehmen zu unterstützen, wird die Benutzung der Dienste sicher nicht vereinfachen. Ähnlichkeiten mit der deutschen Gesundheitskarte sind rein zufällig.
Da es bis zum EM Endspiel nicht mehr lange hin ist, bleibt nicht viel Zeit für eGovernment Informationsreisen. Beim Besuch der Olympischen Spiele in Peking könnte man sich aber über die Pläne für das eGovernment Portal in Indien für 1 Milliarde Einwohner informieren, das mit der ursprünglich in Deutschland entwickelten IBM WebSphere Portal Technologie aufgebaut werden soll.
2 Antworten bis hierher ↓
Laurenz Büschel // September 16, 2008 um 4:04 |
Ich kann Ihre Einschätzung durchaus teilen. Wenn man alleine die erfolgreichen elektronischen Beschaffungsaktivitäten in Östereich und Bayern betrachtet, sieht man, daß beide vielen anderen öffentlichen Stellen in Deutschland weit voraus sind.
Was ich noch ergänzen darf: In Deutschland gibt es inzwischen einen kleinen aber feinen Zusammenschluss von gut acht Kommunen in Ost-Westfalen-Lippe (zukünftig 70!), die sich sehr vorbildlich um das eGovernment-Thema „Öffentliche Ausschreibung“ kümmern. Es ist dort – bislang relativ unbeachtet von der großen Öffentlichkeit – gelungen, in kurzer Zeit ein hoch effizientes webbasiertes Highend Vergabesystem mit integrierter Bekanntmachungsplattform zu außergewöhnlich guten Konditionen zu implementieren.
Dieses Projekt sollte man mal genau beobachten, eine eigene Webseite gibt es dort nicht, aber mehr Infos kann man finden unter http://www.deutsche-evergabe.de.
portaleco // Oktober 1, 2008 um 1:33 |
Elektronische Ausschreibung öffentlicher Aufträge ist sicher begrüßenswert. Warum kann aber nicht jeder Bürger die Ausschreibungen einsehen und auch wer den Zuschlag zu welchen Kondisionen erhalten hat. Wird da auch elektronisch gemauschelt? Vorbildlich wird das im Miami-Dade Portal in USA gemacht.