Auf fast jeder offiziellen Veranstaltung zum eGovernment wird über das Desinteresse der Bürger geklagt. Vergleicht man aber zum Beispiel das Stadtportal von Miami mit dem Stadtportal von München sieht man, sofort dass das Miami Stadtportal primär die Dienstleistungen der Stadt für die verschiedenen Benutzer anbietet während das Stadtportal München sehr viele externe Dienstleistungen und nur wenige Dienstleistungen der Stadt anbietet. Beide Ansätze sind sicher vernünftig und zeigen, dass Deutschland keineswegs beim eGovernment meilenweit zurück liegt. Beide Portale verwenden übrigens die ursprünglich in Deutschland entwickelte IBM WebSphere Portal Plattform. Was allerdings in Deutschland auffällt, dass erfolgreiche Modelle wie z.B. München von anderen Städten nicht beachtet werden. Jede Stadt entwickelt eine eigene Idee wie ein Stadtportal aussehen sollte (siehe Berlin, Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Friedrichshafen ). Der Besucher einer fremden Stadt aber auch die Bürger, können sich nicht darauf verlassen einen minimalen, standardisierten Satz von Funktionen im jeweiligen Stadtportal vorzufinden. Darum werden die Services auch nicht genutzt. Kein Stadtportal in Deutschland hat innovative Funktionen, speziell im mobilen Bereich für die Bürger wie z.B. Oyster Card in London oder Quick Response Code Services mit dem Handy für Stadtinfo, Fahrpläne, Taxi, Anzeigetafeln usw wie z.B. in Japan.
Die Web 2.0 Portaltechnologie mit Mash Ups bietet sich direkt an, Synergien zu nutzen. Warum muss ein Bürgerservice in Deutschland 200 mal neu entwickelt werden – warum können die Städte nicht zusammenarbeiten? Das hat wahrscheinlich drei Gründe: 1. Die Bürger klagen ihren Anspruch auf zeitgemäße Dienstleistungen der Städte nicht vehement genug ein 2. Die Städte haben offensichtlich noch immer zu viel Geld und können sich „Not invented here“ Individualismus leisten 3. IT Infrastruktur wird in Deutschland nicht als die #1 Zukunfsttechnologie behandelt. Man ist schon zufrieden wenn die politische Führungselite eine SMS verschicken kann.
3 Antworten bis hierher ↓
JennyN // Juli 15, 2008 um 11:56 |
Vielen lieben Dank für diesen Beitrag – ich bin nämlich gerade dabei gute deutsche Städteportal aufzuspüren und habe bisher kaum etwas gefunden…
Schade auch, was da an Tourismus-Einnahmen verschenkt wird…
TAI e.V. // Januar 16, 2009 um 7:24 |
Hallo!
wir haben mit sehr viel Interesse Ihren Beitrag gelesen und geben Ihnen auf einer Art recht.
Daher wir selber Betreiber einiger Stadtportale sind, haben wir in einigen Fällen welche Sie bemängeln, unsere Erfahrungen gemacht und Verbesserungen durchgeführt. Wir sind ständig dabei ein Stadtportal der Art, wie es im Beispiel von Ihnen beschrieben wird, zu bieten!
Unserer Meinung nach und der Meinung unserer Mitglieder, sind wir auf dem besten Weg.
Wir würden uns freuen, auch Sie als Mitglied begrüßen zu dürfen:
- Stadtportal Brandenburg
http://www.brandenburgstadtportal.de
- Stadtportal Hamburg
http://www.hamburgstadtportal.info
- Stadtportal Berlin
http://www.berlinstadtportal.de
- Stadtportal Potsdam
http://www.potsdamstadtportal.de
- Stadtportal Leipzig
http://www.leipzigstadtportal.de
- Stadtportal Rostock
http://www.rostockstadtportal.de
- Stadtportal Dresden
http://www.dresdenstadtportal.de
- Stadtportal Kiel
http://www.kielstadtportal.de
- Stadtportal Bremen
http://www.bremenstadtportal.de
- Stadtportal Dortmund
http://www.dortmundstadtportal.de
- Stadtportal Frankfurt
http://www.frankfurtstadtportal.de
- Stadtportal Hannover
http://www.hannoverstadtportal.de
- Stadtportal Stuttgart
http://www.stuttgartstadtportal.de
- Stadtportal Düsseldorf
http://www.duesseldorfstadtportal.de
- Stadtportal Köln
http://www.koelnstadtportal.net
- Stadtportal München
http://www.muenchenstadtportal.de
Mit freundlichen Grüßen
TAI-Team Aktiv Interessengemeinschaft e.V.
portaleco // Januar 19, 2009 um 9:10 |
Vielen Dank für den Hinweis. Wie man sieht, ist es technisch nicht mehr schwierig funktionell reiche und ansprechende, standardisierte Stadtportale aufzubauen. Bei den Inhalten sieht es aber nach wie vor relativ mager aus. Nach wie vor gibt es von den Stadtverwaltungen, Kulturveranstaltern, Vereinen usw keine aggregierbaren Inhalte (jeder baut seine eigenen Webseiten). Die Bürgerbeteiligung in den Foren ist praktisch noch gleich Null. Es gibt noch viel zu tun! Bald kann man jedoch mit Breitbandanschlüssen in ganz Deuzschland die fehlenden Inhalte noch schneller versenden!