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Was sind Meinungsumfragen heute noch wert?

Dezember 7, 2007 · Kommentar schreiben

Eine extrem kritische Komponente bei Meinungsumfragen ist die Auswahl der Befragten. Für eine eingermaßen repräsentative Umfrage im politischen Raum befragt man typisch etwa 1300 Bürger. Diese werden nach einem Schlüssel ausgesucht, der die Verteilung der Berufsgruppen, Alter usw widerspiegeln soll. Hierfür werden dann meist im Telefonbuch Namen zufällig ausgesucht und angerufen. Das hat in der Vergangenheit recht gut funktioniert, da alle Leute bei der Telekom Kunden waren und auch im Telefonbuch verzeichnet waren. Nun sind vor allem junge Leute längst nicht mehr Kunde von Telekom, haben häufig nur noch ein Mobiltelefon und sind auch nicht gewillt, die umständlichen Fragen der Interviewer zu beantworten. Die Umfragen werden also wie in USA immer weniger repräsentativ. Ähnliches gilt für die beliebten Zuschauerzahlen bei Fernsehsendungen. Da ein Großteil der jungen Leute lieber den PC als den Fernseher anschaltet, ist den Statistiken wohl nicht mehr zu trauen. 

War man früher misstrauisch gegenüber Meinungsumfragen, so sollte man heute selbst bei “seriösen” Umfragen noch mehr misstrauisch sein, weil die altväterlichen Methoden in der heutigen Welt mehr als fragwürdig geworden sind. 

Natürlich kann man in der Tagespresse keine statistischen Details einer Meinungsumfrage veröffentlichen. Korrekte Institute sollten aber Umfragedetails im Internet veröffentlichen, sodass sich fachkundige Interessenten selbst ein Bild machen können wieviel die Umfrage wirklich wert ist. Grundsätzlich sollten alle mit öffentlichen Geldern bezahlten Umfragen, Gutachten usw auch öffentlich zugänglich sein.

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