IT Politik

Beiträge vom November 2007

Helfe dem Kollegen und tue Gutes

November 29, 2007 · Kommentar schreiben

Alle großen Softwarehersteller wie Microsoft, IBM, Oracle usw sind auf selbstlose Helfer angewiesen, die Fehler in der Software korrigieren, anderen Benutzern erklären, wie die Software wirklich funktioniert, und Einsatzmöglichkeiten der Software diskutieren. Ohne diese Selbsthilfe Communities wären moderne Software Systeme nicht benutzbar. Zur  Pflege dieser Helferszene vergibt man wie früher bei der Armee Orden und Ehrenzeichen wie z.B. „Most Valuable Professional“ und T-Shirts. Seltener veranstaltet man für kleine Gruppen auch mal einen Event bei einer Konferenz.

Die Marketing von SAP Experten haben sich jetzt etwas Neues und sehr Vernünftiges ausgedacht: anstatt Orden und Ehrenzeichen „zahlt“ SAP  für Beiträge für das UN World Food Programme  (Achtung der Link verlangt nach einem Zertifikat – einfach die Seite refreshen dann kann man die Seite auch ohne Zertifikat sehen!). Das ist eine Super Story für das SAP Corporate Image und auch das Image der IT Professionals, da ja gemeinhin in der Öffentlichkeit gerne als unsoziale und sozial isolierte Wesen dargestellt werden.

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Zeigt her eure Finger

November 25, 2007 · Kommentar schreiben

Bei der Einreise in die USA werden demnächst alle 10 Finger gescanned. Den neuen deutschen Pass kann man bei der Einreise in die USA wohl nicht mehr nutzen.  Das Verfahren mit zwei Fingern ist in der Praxis zu ungenau, was ja schon lange bekannt ist. Weder die sogenannte False Accept Rate (Betrug wird nicht erkannt) noch die sogennante False Reject Rate (richtiger Fingerabdruck wird unangenehmerweise als falsch erkannt) des deutschen Verfahrens sind je in einem realistischen Großversuch bestimmt worden. Nun ist guter biometrischer Rat teuer. 

In USA kann man auch sehr schön die Entwicklung zur Speicherung aller Fingerabdrücke in einer Datenbank verfolgen. Nachdem die Geräte zur Erfassung der Fingerabdrücke so teuer sind, muss man die Daten ja auch nutzen. Grundsätzlich sind aber nur Ausländer verdächtig – US Bürger haben nicht einmal einen Personalauweis!

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Im Laden kaufen aber Online informieren

November 25, 2007 · Kommentar schreiben

Mit der geringer werdenden Zahl von Fachgeschäften und auch der Fachverkäufer benutzen immer mehr Verbraucher das Internet, um sich über Produkte zu informieren und diese zu vergleichen. Die Kaufentscheidung fällt dann vor dem Bildschirm – gekauft wird dann aber im Laden. In USA werden bereits 16% der Verkäufe  über diese Schiene abgewickelt. Obwohl diese Methode für deutsche „Silver Surfer“ ideal wäre, gibt es in Deutschland kaum entsprechende Angebote, in denen man z.B. eine Ware zur Ansicht im Laden bestellen kann oder eine direkte Verbindung vom Produkt zu einem lokalen Verkäufer hergestellt wird.   

Kategorien: Allgemein · Web 2.0
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Rolle der IT in Deutschland

November 23, 2007 · Kommentar schreiben

Obwohl die IT immer mehr zur Wertschöpfung deutscher Produkte beiträgt, ist ihr Stellenwert in Deutschland noch immer recht niedrig. Der Interessenverband Bitkom beziffert den Umsatz im IKT Bereich auf 153 Milliarden € davon 50 Millliarden € Umsatz im Export. Das ist durchaus in der gleichen Größenordnung wie die Umsätze im Fahrzeugbau (Umsatz 186 Milliarden €) im Maschinenbau (130 Milliarden €) oder im Lebenmittelmarkt in Deutschland mit 126 Milliarden € . Allerdings muss man berücksichtigen, dass im Kommunikationsbereich, (allein die Telekom trägt 61 Milliarden € zum Umsatz der IKT Branche bei) ,inzwischen ähnlich wie bei Computer-Hardware praktisch keine deutsche Firma mehr Produkte herstellt. Dagegen trägt die Informationstechnik etwa 30% zur Wertschöpfung im Fahrzeugbau und Maschinenbau bei und das mit steigender Tendenz. Für Einstellungen im Fahrzeug- und Maschinenbau  sind meist IT Kenntnisse entscheidend.   

Zwar wird in der Öffentlichkeit immer wieder gebetsmühlenartig wiederholt, wie wichtig die Informationstechnologie für Deutschland ist, getan wird aber recht wenig. In den Schulen ist in Technik/Computer meist nur der Umgang mit dem Schreibprogramm WORD (das hilft bei den mangelnden Rechtschreibkenntnissen) und Basiskommunikation mit e-Mail verbindlich in den Lehrplänen vorgeschrieben. Informatik als Pflichtfach ist in den meisten Bundesländern außer in Bayern selbst in den naturwissenschaftlichen Zügen wieder abgeschafft worden. Trotz nach Aussage der Lehrer recht guter PC Ausstattung in den Schulen ist kooperatives Lernen (und Vorbereiten der Lehrer) mit Einsatz moderner Informations Technologie heute eine rare Ausnahme. Ohne breite Grundkenntnisse im Umgang mit der IT in der Bevölkerung lassen sich aber die immensen Einsparpotentiale, die die deutsche Industrie mit IT Einsatz genutzt hat,  in der öffentlichen Verwaltung nicht realisieren. 

Um diese Situation zu verbessern, wurde in einer Studie der Boston Consulting Group u.a. die Einführung eines Chief Information Officers CIO (oft wird das Kürzel auch für  “Career is Over” verwendet!) vorgeschlagen, der die vielfältigen meist unkoordinierten Aktivitäten zum Aufbau einer öffentlichen IT Infrastruktur koordinieren soll. Das ist sicher keine schlechte Idee – das gibt es selbst in Ägypten schon einige Jahre. Noch besser wäre es allerdings, ein IT und Organisationsministerium mit eigener Verantwortlichkeit für die Kostenreduktion im öffentlichen Dienst zu etablieren. Dieses Ministerium hätte auch die Aufgabe neue Gesetze auf ihre Implementierbarkeit und ihre Betriebskosten zu überprüfen. Das wäre sicher eine für das ganze Land wichtige Aufgabe. Vielleicht könnte man dafür auch einen gewieften Politiker wie Herrn Stoiber für dieses Amt gewinnen, der einen Bayern einen exzellenten Track Record bei der Einführung neuer Technologien vorweisen kann. Hier könnte aber auch ein aufstrebender junger Politiker zeigen, dass er etwas bewegen kann und sich für höhere Aufgaben empfehlen. 

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GI Wahlen – wie man’s im Web 2.0 Zeitalter nicht machen sollte

November 22, 2007 · Kommentar schreiben

Die Gesellschaft für Informatik (GI) tut sich wie alle Vereine schwer repräsentative Kandidaten für die oft aufwändigen Ämter im Verein zu finden. Die Wahl übers Internet wird als technologische Großtat gefeiert ist aber durch völlig überzogene Sicherheitstechnik (es wird per Post ein Brief mit Rubbelpin verschickt!) und ungeschickte Implementierung z.B. mit Soft Keyboard auf dem Screen) einer Wahl im Verein nicht angemessen. Siehe auch: Albert Endres: Elektronische Wahlen bei der GI und anderswo – ein Grund nach neuen Ideen zu suchen. Informatik Spektrum, Vol. 30, Nummer 2, April 2007,  91-94 (leider nicht Online verfügbar !!!)  
  

Anstatt aber mit modernen Web 2.0 Techniken mit Foren und Diskussionen zur Kandidatenfindung die GI Mitglieder wirklich einzubinden, wird die Kandidatenliste „konventionell“ erstellt. Kein Wunder dass dann keine jungen Informatiker (denen wird die Dienstreise ja nicht von der Firma genehmigt!) und kaum Kandidaten aus der Industrie zu finden sind, da diese üblicherweise sich den Luxus von Anwesenheitsmeetings  im Gegensatz zu den Angehörigen der Universitäten nur selten leisten können. Man würde sich wünschen, dass die GI mehr Wert auf die Nutzung moderner Methoden in der Vereinsarbeit legt, um damit auch anderen Vereinen und politischen Parteien mit gutem Beispiel voranzugehen.  Allerdings genügt es nicht ein paar Blogs und Foren einzurichten. Demokratie muss auch im Web gelebt werden!       

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Cross Domain Adressenhandel besser als Online Durchsuchung

November 21, 2007 · 1 Kommentar

Während sich unsere Sicherheitsexperten und auch die Politiker um die Zulässigkeit von Online Untersuchungen auf privaten PCs streiten, hat die Web 2.0 Technologie die Streitenden längst links überholt. Content wird heutzutage weltweit in Servern gelagert, wenn es sein muss gut verschlüsselt und in Ländern in denen es keine Rechtshilfeabkommen gibt. Auch Privatpersonen lagern immer mehr Daten in Google, MySpace, Youtube und Co aus.

Wesentlich interessanter als sensitive Daten auf dem PC sind Internet Benutzerprofile, die über die IP Adresse eindeutig Personen zugeordnet werden können. Wertet man nicht nur das Amazon Profil bzgl Büchern und CDs aus, sondern greift auf die Profile mehrerer Internet Domains zu, so erhält man ein ziemlich umfassendes Bild über die Interessen und Gewohnheiten einer Person, was z.B. Google geschäftlich in großem Umfang nutzt. Aber auch kleiner Spezialunternehmen sind im Cross Domain Handel mit IP Adressen und Benutzerprofilen tätig. Der Benutzer surft z.B. anonym auf einer Gesundheits-Website nach Symptomen einer Krankheit. Er hat sich aber auch bei einem Nachrichtendienst mit seinem Namen angemeldet. Kauft nun ein Adressenhändler zusätzlich zum Kundenprofil von der Gesundheits Website auch die Adressen vom Nachrichtendienst auf, so kann er über die IP Adresse die Kunden eindeutig identifizieren. Sammelt er die Profildaten von mehreren Sites ein, so kann er ganz detaillierte Kunden Profile erstellen, die natürlich für gutes Geld verkauft werden. Profiling Verfahren werden seit langem in der realen Welt von Adresshändlern angelegt und verkauft. Mit dem Internet erreicht dieses Profiling natürlich eine ganz andere Dimension. Viele der Blogs und Foren bei denen man sich heute registrieren muss, sind Honey Pots für den Adresshandel. Normalerweise werden IP Adressen dynamisch zugewiesen und sind nur eine begrenzte Zeit gültig – damit wird das Cross Domain Profiling zumindest etwas erschwert. Der Default Wert für die Gültigkeitsdauer der dynamischen IP Adresse ist jedoch häufig auf „Dauernd“ gesetzt, d.h. die Adresse ist quasi statisch.  Das sollte man zumindest auf z.B. 12 h Gültigkeitsdauer ändern.  

In USA dürfen Polizei und FBI dieses Cross Profiling nicht benutzen – hoch lebe der Datenschutz. Unternehmen ist Cross Profiling jedoch erlaubt! Das FBI kauft deshalb diese Informationen gezielt von privaten Profilern. Spionage wird also wie so viele andere staatliche Deinstleistungen outgesourced. Das wäre doch auch mal eine gute Idee für Herrn Schäuble, da sowieso in Russland und Indien wohl bessere IT Experten als im BMFT sitzen. 

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Steht in Jülich der zweitmächtigste Computer der Welt?

November 20, 2007 · Kommentar schreiben

Die deutsche Forschung ist ganz stolz darauf, dass man genügend Geld zusammen gebracht hat um einen neuen Supercomputer von IBM zu kaufen. Jugene leistet 167 Teraflops und steht damit auf Platz 2 der wissenschaftlichen Rcchner in der Welt. Ein bischen Bescheidenheit ist jedoch angebracht. Im Google Rechenzentrum in The Dalles, Oregon sind 1300 Teraflops installiert. Google hat sogar mehrere dieser Rechenzentren! Interessant ist auch, dass die Rechenzentren in Oregon installiert werden, wo genügend verläßlicher Strom aus Wasserkraft zur Verfügung steht. In Europa könnten wohl die Schweiz und Norwegen in diese Marktlücke einsteigen. Siehe auch Ciao Herr Schäuble

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Gesundheitskarten Infrastruktur geht an T-Systems

November 16, 2007 · 2 Kommentare

T-Systems hat den Zuschlag für das Backbone Netz für die Gesundheitskarte erhalten. In Industriemaßstäben ist das ein eher kleiner Auftrag. Jedoch sieht sich T-Systems jetzt in der Pole Position auch für die lukrativeren Folgeaufträge. In großes Industrieunternehmen würde sich sehr wohl überlegen, ob es einen großen, langfristigen Vertrag mit einem kränkelnden Unternehmen eingehen will, dessen Spezialisten auf der Flucht sind und das zudem von den Eignern nicht geliebt wird und demnächst verkauft werden soll. Offensichtlich will die Bundesregierung T-Systems für den anstehenden Verkauf etwas aufhübschen. Das ist bei der Bundesdruckerei ja schon mal schiefgegangen. Solche strategischen Aufträge, deren Scheitern einen Gesichtsverlust der Politik bedeuten würde, sind bei Heuschrecken zur Abschöpfung von öffentlichen Geldern äußerst beliebt. Diese sollte man nicht unbedingt anfüttern.

Siehe auch: Stellenkahlschlag bei T-Systems (5/2009)

Kategorien: Politik

Warum man den Gebrauch von privaten PCs bei Mitarbeitern fördern sollte

November 12, 2007 · Kommentar schreiben

Bei deutschen Wirtschaftsführern und Personalabteilungen hat sich wohl noch nicht herumgesprochen, dass jede Firma oder Privatperson z.B. mit Google Analytics detaillierte Analysen der Besucher einer Website erstellen kann. Insbesondere kann man den Internet Provider des Besuchers sehr leicht identifizieren. Kommen viele der Besucher vom SAP Firmennetz (wie gehabt) zum Oracle Service, so kann man dies sogar für einen Prozess in USA ausnutzen. Geht man dagegen über einen der großen Internet Provider z.B. Arcor, T-Online usw ans Netz, ist der Schluss auf die Firma des Besuchers nicht so einfach möglich.  Auch über häufige Zugriffe aus der Region Asien kann man sich als Firma freuen, wenn man die Art der Zugriffe gut analysiert. Manche Firmen scheinen das Problem zu kennen und setzen das Verbot von privaten Internet Aktivitäten am Arbeitsplatz strategisch ein. Viele technischen Mitarbeiter bilden sich dann offensichtlich am Heim PC auch bei der Konkurrenz weiter. Es ist nicht untypisch, dass über 50% der Zugriffe auf technische Foren usw nach 20 Uhr erfolgen. So hat man keine Probleme mit der 35 Stunden Woche und die Konkurrenz merkt nicht sofort, auf welche Gebiete sich das Interesse eines bestimmten Mitbewerbers gerade konzentriert.

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Milliarden Projekt Spionage Satellit in USA gescheitert

November 11, 2007 · Kommentar schreiben

Das gescheiterte Projekt zum Bau von Spionage Satelliten in USA ist ein schönes Lehrbeispiel wie solche Private/Public Partnership Großprojekte scheitern. Ähnlichkeiten mit Galileo, LKW Maut, Gesundheitskarte usw  sind rein zufällig. Am Anfang steht häufig ein von Lobby und abhängigen Experten vorgeschlagenes Jahrhundertprojekt (Leuchtturm), das von Politikern und Behörden zur Profilierung und Unterstützung lokaler Arbeitsplätze, zur Verbesserung der Position im Weltmarkt o.ä.  aufgenommen wird. Dann werden die Vorteile des Projekts in glühenden Farben geschildert - dabei werden technische Risiken, Kosten und Zeitaufwand nach unten geschätzt, um die Erlaubnis zum Start des Projekts zu bekommen. Alle Beteiligten sind sich da einig. Kritische Stimmen werden bewußt nicht gehört. Danach ist Funkstille. Spätestens wenn 80% der genehmigten Kosten ausgeben sind oder der Fertigstellungstermin noch einen Monat entfernt ist, beginnt die Diskussion um einen finanziellen Nachschlag. Jeder weiß dabei, dass der kommt, weil die Politik sich ja scheut einen Fehler einzugestehen. Hier gilt die alte Kaufmannsregel „dass man schlechtem Geld kein gutes Geld nachwirft“ ja nicht, weil es nicht das eigene Geld ist. Bei der Gelegenheit werden auch 80% der versprochenen Funktionen eliminiert, der Preis erhöht und der Termin der Fertigstellung nach hinten geschoben. Da das meist auch nicht klappt, wird dann eine stille Beerdigung geplant oder die beliebte „Peppone“ Strategie angewendet. Als die Partei von Peppone beim Paragrafen 10 im Gemeinderat gegen die katholische Allianz  verloren hat, rottet sich das Volk vor dem Rathaus zum Protest zusammen. Peppone zeigt sich dann auf dem Balkon, verbiegt einen runden Eisenring   (die 0) zu einer 8 und verkündet : „bei Paragraf 10 haben wir verloren bei Paragraf 18 werden wir aber gewinnen! “ . Und das Volk jubelt seinem Führer wieder zu. Wiederum sind Ähnlichkeiten mit Quaero und Theseus rein zufällig.

Kategorien: Allgemein · Politik