IT Politik

Beiträge vom September 2007

SMS Sytem für Gefahrenmeldung

September 28, 2007 · Kommentar schreiben

Während die Politik bis zum Exzess Terrorattacken mit gekaperten Flugzeugen diskutiert, unterbleiben sinnvolle Maßnahmen, um im Katastrophenfall die Bevölkerung rechtzeitig und angemessen zu informieren. Ein einfaches Notfall SMS Messaging System wie es in USA an Universitäten eingeführt wurde, könnte eine wesentliche Verbesserung der Kommunikation mit der Bevölkerung und den Einsatzkräften im Krisenfall ermöglichen.      

Kategorien: Allgemein · Politik · Software

Einführung der digitalen Signatur mit der Gesundheitskarte?

September 20, 2007 · Kommentar schreiben

Nachdem die vielfältigen Versuche in Deutschland eine verlässliche Signatur einzuführen gescheitert sind, versucht man nun eine staatlich kontrollierte Signatur für die Bürger über den Umweg der Gesundheitskarte einzuführen. Die Funktion ist auf der Gesudnheitskarte verborgen enthalten und soll anschließend vom Bürger kostenpflichtig aktiviert werden. Die Verantwortlichen haben noch immer nicht verstanden, dass die mangelnde Akzeptanz der digitalen Signatur auf das Fehlen von attraktiven Anwendungen und das Fehlen einer Hardwareinfrastruktur zurückzuführen ist. Daran werden die abenteuerlichen Konstruktionen im Umfeld der Gesundheitskarte nichts ändern.  Offensichtlich versucht die BIKOM neben dem Scherbenhaufen, den der ehemalige Bitkom Präsident Berchtold hinterlassen hat, wenigstens noch ein paar Stellen in der Verwaltung zu erhalten.  

Kategorien: Hardware · Politik · Software

EU gegen Microsoft – ein Pyrrhus Sieg

September 19, 2007 · Kommentar schreiben

Der Versuch der EU-Kommission, die Marktmacht von Microsoft zu begrenzen, scheint auf den ersten Blick recht erfolgreich zu sein. Fast 500 Millionen € Strafe würden wohl so manchen Konzern beeindrucken, wenn sie denn wirklich auch nach der Revision bezahlt würden. Wichtige Softwarekomponenten zu verschenken, ist in der Softwarebranche inzwischen jedoch eine gängige Methode um Marktanteile zu gewinnen, die von den Kunden zunächst einmal nicht ungern gesehen wird.  Das Ziel ist natürlich immer, den Kunden von dieser Softwarekomponente abhängig zu machen, um anschließend Software, Werbung (Google) oder Dienstleistungen (Free Software) zu verkaufen. In letzter Konsequenz müsste die EU-Kommission das Verschenken(Dumping) von Software verbieten, ähnlich wie die Abgabe von Lockvogelangeboten unter Einstandspreis im Einzelhandel verboten ist.  Das wäre aber sicher nicht im Sinne der Verbraucher und der Open Source Community, bei der das Verschenken von Software ja eine wesentliche Geschäftsgrundlage ist. Der Versuch, die Ausbreitung des Microsoft Media Players durch Unbundling zu behindern, muss wohl als gescheitert angesehen werden. Da sich nur ganz wenige Kunden finden, die eine kostenfreie Leistung nicht in Anspruch wollen. 

Der Ansatz der EU Kommission die Marktmacht von Microsoft durch den Zwang der Veröffentlichung der Softwareschnittstellen zu begrenzen ist mehr als naiv. Je mehr Softwarehersteller Komponenten gemäß der Microsoft Spezifikationen herstellen, desto größer wird die Abhängigkeit von der Microsoft Plattform. Alle Hersteller von Plattform Software speziell Microsoft bemühen sich ja, möglichst viele kleinere Firmen zu motivieren, die ihre doch oft funktionell recht mäßigen Produkte verbessern und erweitern. Speziell Microsoft hat diese Technik perfektioniert. So gesehen hilft die EU Kommission Microsoft ihre Plattform im Makt zu platzieren.  

Als Verbraucher fragt man sich allerdings,  ob die Ideologie der EU Kommission richtig ist, dass viele Anbieter am Markt auch interessante Produkte und günstige Preise garantieren. In der Monopolwelt von Microsoft und Intel sind die Preise in der Vergangenheit teilweise dramatisch gefallen, während z.B. auf dem Energiesektor oder im Gesundheitswesen die Preise für den Verbraucher dramatisch gestiegen sind, ohne dass sich die EU Kommission ähnlich vehement engagieren würde.

Ohne die ordnende Marktmacht von Microsoft und Intel wäre eine Vielfalt konkurrierender, inkompatiler Hardware und Software Anwendungen entstanden, die für Endverbraucher weder beherrschbar noch bezahlbar wäre.  

Eine interessante Parallele wurde neulich in einem Vortrag von Nick Leon (Imperial College, London ) beim Vergleich der Einführung der Elektrischen Energieversorgung in Deutschland und England aufgezeigt,  die weltweit wesentlich schneller erfolgte als z.B. die Ausbreitung des Internets. Die ursprünglichen Erfinder der Technik (die Engländer) verzettelten sich mit einer Vielzahl von Herstellern von Systemen mit unterschiedlichen Normen  während in Deutschland die führende Stadt Berlin einen exklusiv Vertrag mit einigen wenigen Herstellern abschloss, sich auf eine Norm festlegte, und damit die Blüte der Elektroindustrie (Siemens lebt noch heute davon!) auch am Standort Berlin auslöste. Anders als unsere Politiker heute, waren die Stadtväter in Berlin aber damals sehr clever und sicherten der Stadt einen Anteil an den sprudelnden Gewinnen der Elektrizitätsmonopole.  Von unseren heutigen Politikern hat zumindest Altkanzler Gerhard Schröder diesen Ansatz verstanden und mit Gasprom bei der Gasversorung zwar keine public/private partnership aber zumindest eine private/private Partnership für sich selbst umgesetzt.      

Kategorien: Politik · Software

Internet und Telefon Terror Attacken

September 17, 2007 · Kommentar schreiben

Die Internet Attacke auf die Infrastruktur in Estland, bei der große Teile des Internets in Estland Anfang Mai durch Angriffe lahm gelegt wurden, ist noch nicht völlig aufgeklärt – aber man kann offensichtlich dem russischen Kreml keine Schuld zuweisen. Für den Angriff wurde ein Bot-Netzwerk mit 100 Mbps Bandbreite in der Spitze benutzt, dessen Systeme weltweit verteilt waren,. Die Organisatoren dieses Netzwerks sind nach wie vor nicht bekannt. Dieser Angriff zeigt aber, wie wichtig es ist die Entstehung von Bot-Netzen zu verhindern (siehe hierzu Microsoft’s größtes Sicherheitsrisiko).  

Völlig anders liegt dagegen der Fall der Telefonblockade der demokratischen Partei bei den Wahlen in New Hampshire. Mit einer Blockade der Telefone in der Zentrale der demokratischen Partei sollte verhindert werden, dass demokratische Wähler Hilfe zum Transport ins Wahllokal oder Auskunft zum Wahlverfahren erhalten. Der Übeltäter war rasch gefunden – es war die konkurrierende republikanische Partei in New Hampshire, die mit Hilfe des White House in Washington eine Firma beauftragt hatte, die Telefone zu blockieren.

Man kann daraus schließen, dass manche politische Partei offensichtlich skrupelloser vorgeht als die oft geschmähten Internet Schurken. Dagegen scheint das technische Know How in den politischen Parteien doch etwas begrenzt zu sein. 

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