IT Politik

Beiträge vom August 2007

Der Ingenieurmangel fängt schon an der Schule an

August 30, 2007 · Kommentar schreiben

Die deutschen Ingenieur-Hochschulen klagen immer mehr über das niedrige Niveau der Abiturienten speziell in Mathematik und Physik. Vielfach werden deshalb zusätzliche Nachhilfekurse angeboten. Das war früher auch schon so. Ein Abiturient aus einem altsprachlichen Gymnasium war für das Leben auf einer damals noch anspruchsvollen Technischen Hochschule denkbar wenig vorbereitet. Deshalb war und ist auch die Forderung des Baden-Württembergischen Ministerpräsidenten Öttinger, nach einem einheitlichen Abitur in Deutschland, unsinnig. Es leuchtet ein, dass ein Lehrer für Alte Sprachen nicht gerade hervorragend befähigt ist, Mathematik zu unterrichten. Bei den Kultusministerien ist das aber noch nicht angekommen. Speziell an den Grundschulen aber auch an Haupt- und Berufsschulen wird häufig Mathematik als Grundlage aller technischen Berufe von Lehrern anderen Fachrichtungen unterrichtet. Der Mangel an Fachlehrern führt in USA bereits dazu, dass Kopfprämien von bis zu 10 k $ bezahlt, wenn sich ein Mathemtiklehrer für mindestens ein Jahr an einer Schule in einem schwierigen Distrikt verpflichten läßt. Durch zentrale Prüfungen und zentrale Auswertung der Ergebnisse auf allen Jahrgangsstufen speziell in Mathematik und Englisch werden die Defizite der Schulen aufgezeigt (und die Zuschüsse der US Regierung gekürzt). Das wäre ja wohl auch mal eine gute Idee für Deutschland gemäß der alten Ingenieurweisheit „Miss es – oder vergiss es!“. In Deutschland müssen sich die Kultusministerien nicht unbedingt um die Erfolge ihrer Schüler kümmern. Solange sie ihre selbstgewählten Verpflichtungen z.B. der „verläßlichen Grundschule“ (das heißt die Kinder werden für die vorgegebenen Stunden irgendwie beschäftigt) einigermaßen einhalten, ist politisch ja alles korrekt. 

Mit Statistiken läßt sich ja auch politisch einiges erreichen. Die guten Ergebnisse der bayrischen Schulen werden z.B. dadurch erreicht, dass in Bayern viel weniger Schüler das Gymnasium besuchen dürfen als in anderen Ländern und damit auch mehr begabte Schüler auf Mittel- und Hauptschulen verbleiben. Damit ist klar, dass dann die Bayern bei Tests sowohl der Gymnasien als auch der anderen Schulen besser abschneiden!

Zur Ehrenrettung der Schulrektoren muss gesagt werden, dass sie praktisch keinerlei Einfluß auf die Zuteilung der Lehrern von den Kultusministerien und auch wenig Einfluss auf die Zuteilung von Lehrmitteln von Städten und Gemeinden haben (In vielen Schulen in Deutschland wird noch immer mit DM in den Matematikbüchern gerechnet!). Da Fächer wie Mathematik und Physik auch etwas anstengender sind und dort die Noten häufig ehrlich und damit nicht so gut ausfallen, wie bei den weichen Fächern, hat man als Lehramtskandidat mit Mathematik oder Physik als Fach ein zusätzliches Problem bei der Einstellung gegenüber Kandidaten aus weichen Fächern wo heute die 1.0 schon die Regelnote geworden ist, weil kein Professor die Zukunft seiner Studenten durch eine schlechte Note verbauen und unangenehme Leistungsdiskussionnen vermeiden will.   

Der Mangel an Fachlehrern geht dann an den weiterführenden Schulen in einen Mangel an Mathematik- und Informatiklehrern über. Da hilft es wenig, wenn das Kultusministerium Baden-Württemberg stolz berichtet, dass die Abschlusszahlen in den Naturwissenschaften speziell bei Mathematik und Informatik im letzten Jahr gestiegen seien. Ein kundiger Leser der Stuttgarter Zeitung hat das Ministerium darauf aufmerksam gemacht, dass Mathematik eine Geisteswissenschaft und Informatik eine Ingenieurwissenschaft ist! Dieses Beispiel zeigt aber, wie schwer sich die traditionell Juristen lastige Verwaltung mit dem Thema tut. Da hilft nur noch Beten – hier werden speziell genügend viele evangelische und auch katholische (Religion ohne Zölibat!) Religionslehrer ausgebildet. Aber auch da ist wohl Bayern mit einem Vertreter in einer hohen Managementposition vorn!

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Die Konkurrenz aus Indien ist auch schon da

August 28, 2007 · Kommentar schreiben

Im Moment bietet ZOHO die beste Online Office Suite an in direkter Konkurrenz zu Google und Microsoft an. Hier geht es um den Zukunftsmarkt der Software und Services die im Web angeboten werden. Seit dem ersten Auftritt im Februar 2007 hat die indische Software Firma in atemberaubendem Tempo Funktionen zu ihrer Office Suite addiert. Offensichtlich gibt es in Indien nicht nur genügend in den neuesten Technologien geschulte Pogrammierer sondern auch Investoren, die sich mit ihrem Geld auch auf hart umkämpftes Terrain trauen. Eine ähnliches Vorgehen wäre in Deutschland im Moment undenkbar. 

Zitat des Tages 

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China auf IT Einkaufstour

August 25, 2007 · Kommentar schreiben

Nachdem China riesige Berge ausländischer Währung durch Herstellung einfachster Güter angehäuft hat, wird dieses Geld nun verwendet, um im Ausland Technologie Firmen aufzukaufen. Der Verkauf der PC Sparte von IBM an Lenovo oder der Verkauf der Siemens Handysparty an BenQ und der Verkauf der Philips Handysparte an CEC sind nur die Spitze des Eisbergs. Nachdem amerikanische Investoren sich massiv mit ihren schwachen Dollars in Europa eingekauft haben (um damit der schleichenden Inflation in USA zu entkommen) ist nun das Entsetzen groß, dass nun chinesische Firmen das Gleiche tun und den Plattenhersteller SEAGATE aufkaufen wollen. Damit arbeiten nicht mehr die Chinesen für die Amerikaner sondern die Amerikaner schaffen die Gewinne für die Chinesen!  In Deutschland ist das Problem schon länger relevant. Ausländische Investoren kaufen gute deutsche Firmen auf, die eine solide und gute Rendite versprechen. Die deutschen Sparer werden in Deutschland gar keine langfrisitig sicheren Anlagemöglichkeiten in der Zukunft mehr finden (nur Riesters Rente ist sicher!). Letztendlich müssen auch Kapitaleinkünfte von der arbeitenden Bevölkerung erwirtschaftet werden. Für die Arbeitnehmer macht es wenig Unterschied ob ihr Lohn durch Steuern, durch Zinsen auf die Staatsschulden (Bundesschätzchen) oder durch hohe Gewinne der Firmenbesitzer vermindert wird. 

Nachdem unsere Politiker den Verkauf deutscher Firmen massiv steuerlich erleichtert haben, kommt der Meseberger Katzenjammer. Man sucht jetzt nach Mitteln, den Verkauf deutscher Firmen an ausländische Regierungsfonds zu verhindern.  Da werden sich die Chinesen sicher mehr einfallen lassen als unsere Regierung.  

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Elektronische Fallakte und Patientenakte

August 22, 2007 · Kommentar schreiben

In der neuesten Ausgabe des Informatik Spektrum wird ein „Föderatives Identitätsmanagement am Beispiel der elektronischen Fallakte“ beschrieben. An sich eine gute Idee – anstatt auf die große zentrale Lösung der Deutschen Patientenakte zu warten, können sich Krankenhäuser und Ärzte lokal zu Zweckbündnissen zusammentun und für einen Patienten eine Fallakte mit Daten aus verschiedenen Arztpraxen und Krankenhäusern zusammenstellen und ihre Arbeit im Sinne des Patienten damit erleichtern. So können Patientenakten „von unten“ entstehen. Das ist sicher eine bessere Idee als zentrale Aktengebirge für alle Bürger anzulegen, die meistens gar nicht krank sind und auch keine intensive ärztliche Betreung brauchen. In diesem System werden auch einige schwierige Probleme der Datenkonsistenz und der Besitzrechte an den Patientendaten adressiert.

Leider hat der Patient auch bei diesem System keine Einsicht in seine Akte und die Regelung für die Zugriffe (föderativ!) wird extrem kompliziert. Erfährt man dann noch, dass hinter dem beschriebenen Prototyp mal wieder das Fraunhofer-Institut für Software- und Systemtechnik, ISST (auch führend bei der Gesundheitskarte) und verschiedene Unternehmen der industriellen Krankenversorgung stehen, stellt sich doch etwas Skepsis ein ob das Ganze wirklich zum Besten der Patienten geschieht. Ohne sinnvolle und saubere gesetzliche  Grundlagen der Patientenrechte, die auch durch Organisation und Benutzerfunktionen unterstützt werden, ist die Einführung solcher Systeme wohl nicht erstrebenswert.   

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Förderung der IT Industrie durch die Politik

August 21, 2007 · Kommentar schreiben

Es gibt wenig erfolgreiche Beispiele für Technologieentwicklung, die durch die Politik gefördert wurde. Die alternative Energieerzeugung durch Wind und Sonne, die von den Grünen als Beitrag zum Schutz der Umwelt aber nicht als Wirtschaftsförderung gefördert  wurde, ist einer der wenigen Bereiche, in denen Deutschland bei neuen Technologien weltweit führend ist, und bei der auch signifikant hochwertige Arbeitsplätze entstanden sind. Ironie des Schicksals ist wohl, dass die CDU diesen Erfolg als ihrer Wirtschaftspolitik feiert.  Das Erfolgsrezept der alternativen Energie Förderung war, dass nicht die Technologie und einzelne Hersteller sondern das Endprodukt Strom subventioniert wurde. Die Subventionen flossen dabei nicht über die Kassen des Staates, da ja die Bürger direkt über  höhere Strompreise bezahlt haben. Dadurch konnte sich der technologische Wettbewerb frei entfalten und der Markt mit vielen Marktteilnehmern entschied über die richtigen Produkte. 

Die in der IT Politik gerne propagierten Leuchtturm Projekte tragen ihren Namen zu Recht. Sie stehen meist einsam in der Landschaft, können nur von wenigen Schiffen in klaren Nächten genutzt werden, erzeugen keine Beschäftigung und sind von der technischen Entwicklung bereits überholt. Jedes Segelboot nutzt ja heute bereits GPS für die Navigation! Trotzdem wird immer wieder versucht, durch direkte Investitionen in bestimmte Techologien und meist große Unternehmen, die IT Industrie als solche zu fördern. Dabei haben lehnen sogar die meisten (meist kleineren) IT Unternehmen, dies als unsinnig ab. Das Geld würde wohl besser in die Verbesserung der IT Infrastruktur beim Bürger und in Bund, Länder, Gemeinden, Schulen usw eingesetzt. Durch Kaufentscheidung auf niederer Ebene würden sehr schnell wohl auch die richtigen Technologien und die Unternehmen selektiert, die Technologie und passende Dienstleistungen anbieten können.  

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Personen zentrierte Innovation [Person Centric Innovation]

August 17, 2007 · Kommentar schreiben

Zur Zeit herrscht ein regelrechter Boom bei Beraterfirmen, die den Firmenleitungen Strategien zur Innovation verkaufen. So soll zum Beispiel der CIO (Chief Information Officer) der Firma, in der Regel ein guter Organisator und Bürokrat für die Verwaltung der IT in der Firma, zum Chief Innovation Officer werden. Dabei ist aus dem täglichen Leben und auch der  Innovationsforschung bekannt, dass Innovationen fast immer von einzelnen Personen initiiert und gegen die vielfältigen Schichten der Organisation durchgesetzt werden. Will eine Firma oder Organisation besonders innovativ sein, muss sie vor allem innovative Mitarbeiter anheuern und diesen auch den nötigen Freiraum und Unterstützung für deren Ideen zur Verfügung stellen. Typisch ist auch, dass sich die Manager auf allen Ebenen im Unternehmen sehr wenig Zeit für die Betreuung der exzellenten Mitarbeiter nehmen. Etwa 80% der Zeit für Personalmanagement wird dagegen mit der Behandlung von Problemfällen vergeudet.  

Google als der zur Zeit ungekrönte Spitzenreiter der innovativen Firmen verfolgt eine Personen zentrierte Strategie konsequent während Microsoft diese Stellung durch Größe und zunehmende Bürokratisierung verloren hat. Legendär ist die Innovationskraft des  Computer Science Labarotories des Xerox Palo Alto Research Laborotoriums (Xerox Parc) in den 70er Jahren, das gute Leute magisch angezogen hat und in dem alle wesentlichen Bausteine der heutigen PC und Internetinfrastruktur erfunden und entwickelt wurden. In einer netten Anekdote wird berichtet, dass dem Leiter des Labors von der Personalabteilung mitgeteilt wurde, dass alle Mitarbeiter ab sofort in der Business Klasse fliegen sollten. Er protestierte „Ich beschäftige nur erstklassige Leute – die sollen dann auch erste Klasse fliegen!“ Das XEROX Management konnte jedoch die Erfindungen des Labors nicht in erfolgreiche Produkte außerhalb des Kerngeschäfts (Kopierer) umsetzen. Der Erfolg kam durch die Mitarbeiter, die sich frustriert durch die Unfähigkeit des Managements, kleinen Firmen anschlossen in denen ihre Ideen in Produkte umgesetzt wurden. Viele der alten Hasen in der IT in USA kommen aus dem XEROX Parc. Unternehmen, die dauernd nur von ihrem „Kerngeschäft“ (ein schönes Beispiel ist Siemens) reden, werden wohl nicht in der Lage sein, neue Geschäftsfelder erfolgreich anzugehen. Auch IBM ist ein klassisches Beispiel. Durch die Konzentration auf Business Machines hat man die sich bietenden Chancen bei Unternehmenssoftware (SAP), PC (Microsoft, INTEL), Kommunikation (CISCO – der Chef ist ehemaliger IBMer!) nicht nutzen können. 

Will man Innovation in der Politik und Großbetrieben fördern, muss man vom alten Schema der Förderung von Institutionen und etablierten Organisationen abkommen und ganz gezielt einzelne innovative „Köpfe“  und „Zellen“ fördern. Selbstverständlich kann die Auswahl dieser Innovationskeime nicht durch die Bürokratie und die alten Organisationen erfolgen, die niemand aus ihrem Tellerchen essen lassen wollen. Zumindest für die IT gibt es in der Internet Community aber genügend Modelle, die es verdient hätten zunächst einmal in kleinem Stil ausprobiert zu werden. Dabei muss man ganz bewußt in Kauf nehmen, dass nur etwa 10% der Versuche erfolgreich sein werden. Anstatt „Schrecken ohne Ende“ IT Projekte müssen dabei auch „Ende mit Schrecken“ Projekte durchgeführt werden. Der Erfolg von staatlicher Förderung sollte auch daran gemessen werden, wieviele Projekte man eingestellt hat. Die Kommunikationstechnologie wird in Deutschland zum Beispiel noch immer massiv gefördert, obwohl Firmen wie Siemens, SEL u.a. sich längst aus dem Markt verabschiedet haben.

Geförderten Innovationsprojekte sollten von der Antragstellung bis zum Projekt Ende nicht länger als zwei Jahre dauern, damit die Fördergelder nicht für ergänzende Frühverrentung mißbraucht werden. Allerdings sollten auch „zweite Versuche“ gefördert werden, da man ja bekanntlich nur aus selbst gemachten Fehlern klug wird. 

PS Die EU Human-Centric Initiative Ami@Work ist ein schönes Beispiel wie man Innovationen nicht fördert. Durch Zusammenarbeit mit möglichst vielen Parteien kann man eventuell bestehende Prozesse oder Produkte verbessern. Innovationen hingegen werden es in einem solch überstrapazierten auf Konsens ausgerichteten Beziehungsgeflecht schwer haben. 

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Gesundheitsakte bei Google oder Microsoft?

August 14, 2007 · 2 Kommentare

Sowohl Google als auch Microsoft haben erkannt, dass einer der größten Zukunftsmärkte das Gesundheitswesen (oder besser Ungesundheitswesen) ist. Interessant ist, mit welchen Strategien beide Unternehmen vorgehen. Microsoft versucht Standards für die Vernetzung von Anbietern (Ärzte, Krankenhäuser, … )  basierend auf Microsoft Software zu etablieren. Damit soll mehr und teurere Software verkauft werden. Google hingegen versucht, direkt Dienste für den Endverbraucher zu schaffen. Das Vorwort zu Google Health macht das sehr deutlich „ “At Google, we feel patients should be in charge of their health information, and they should be able to grant their health care providers, family members, or whomever they choose, access to this information. Google Health was developed to meet this need.” 

Etwa 58% der Patienten in USA bringen bereits Ausdrucke aus dem Internet mit, wenn sie mit neuen Symptomen zum Arzt gehen. Es ist zu erwarten, dass ähnlich wie bei der Suche den Internet Nutzer mit Hilfe von Google und assoziierten Dienstleistern im Gesundheitswesen eine von Google dominierte Infrastruktur aufgezwungen wird. Die einzige Alternative wäre wohl eine offene, standardisierte Gesundheitsinfrastruktur, bei der die Benutzer selbst entscheiden können, wo sie ihre Daten speichern und wem sie Zugriff auf die Daten geben. Die Daten könnten dann in persönlich kontrollierten Stellen auf dem eigenen PC oder im Host nach Wahl des Benutzers abgelegt werden. Im Moment ist aber keine Organisation in Sicht, die eine solche Standardisierungsarbeit leisten und diese auch mit Hilfe der Open Source Community und der Politik am Markt durchsetzen könnte.  

Wahrscheinlich sind Patienten gut beraten sich ihre Gesundheitsakte in einem persönlichen Portal selbst zu organisieren. Siehe hierzu auch

Meine Gesundheitsakte gehört mir  

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Zentrales Steuerregister – wie sicher sind private Daten

August 8, 2007 · Kommentar schreiben

Es ist sicher sinnvoll die Steuerpflichtigen und die Steuerdaten zentral zu erfassen. Beim Erlass des Gesetzes wird sicher der Bundesdatenschutzbeauftragte gehört und der Zugriff auf die Daten per Gesetz genau geregelt. Natürlich läßt sich das Gesetz auch ändern, wenn die Daten erst einmal da sind. Ein grundsätzliches Problem beim deutschen Datenschutz ist jedoch, dass Personen, Firmen und Behörden, die diese Daten widerrechtlich benutzen eigentlich nichts zu befürchten haben. Firmen und Behörden sollten einen Datenschutzbeauftragten ernennen, der voll verantwortlich für den Mißbrauch von persönlichen Daten in der Firma oder der Behörde ist. Der Mißbrauch muss auch per Gesetz bestraft werden und mit empfindlichen Geldstrafen und Entschädigungen für die Betroffenen geahndet werden. In USA können Privatkläger Firmen leicht verklagen, wenn persönliche Daten mißbraucht werden. Der Firmenvorstand ist verantwortlich für den Datenschutz. Der Vorstand wird die Verantwortung für den Datenschutz auf ein Vorstandsmitglied delegieren, das Datenschutzmaßnahmen in der Firma einleiten und kontrollieren muss.   Solange in Deutschland der Schutz der persönlichen Daten nur auf unverbindliche Regeln und moralischen Apellen beruht, wird wohl niemand den Datenschutz wirklich ernst nehmen. Das Gesetze greifen können, zeigt das Beispiel der gesetzlichen Regelung der Bestechung in Firmen. Durch das Gesetz wurde ein „Kavaliersdelikt“, das sogar durch Abschreibungen „abgesegnet“ wurde, als kriminelles Vergehen  neu bewertet. Nachdem ein Vorstand durch Nichtbeachtung des neuen Gesetzes seinen Job verloren hat, bekommt das Thema jetzt genügend Beachtung auf der Vorstandsebene. 

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Ein offenes mobiles Netzwerk in den USA?

August 1, 2007 · Kommentar schreiben

Die Mobilfunkbetreiber in Deutschland kontrollieren nicht nur über die SIM Karte den Zugang zu ihrem Netzwerk sondern auch die Dienstleistungen, die in diesem Netzwerk angeboten werden können. Dies ist einer der Gründe, dass bei mobilen Serives nicht gerade viele benutzerfreundliche Innovationen auf den Markt kommen. Die amerikanische Regulierungsbehörde FCC versucht dies auf Betreiben von Google zu ändern, indem eine gewisse Bandbreite im Mobilfunknetz für offene mobile Dienste bereit gestellt wird. Benutzer können in diesem Netzwerk mit beliebigen Geräten und beliebigen Diensten ähnlich wie im Internet kommunizieren. Dies könnte auch in Deutschland die trägen Mobilfunkanbieter zu mehr Innvationen bewegen.  

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