IT Politik

Beiträge vom Juni 2007

iPhone Wertschöpfungskette [Value Chain]

Juni 28, 2007 · Kommentar schreiben

Drei Wissenschaftler von der University of California vom Personal Computing Industry Center haben versucht, die Anteile der verschiedenen Länder an der Wertschöpfung der iPhone Hardware (Verkaufspreis 299 $) zu identifizieren. Ihre Studie  zeigt, wie zu erwarten, dass der größte Anteil an Apple (80 $ ) für die Produktidee, Entwicklung und Management geht. Die nächst größeren Kostenblöcke sind die Vermarktung [Retail & Distribution] (75 $)  und die kleine Platteneinheit von Toshiba (73 $).

Interessanterweise wird die Wertschöpfung in China beim Zusammenbau des Gerätes auf nur 4 $ geschätzt. Da China aber das Gerät als Einheit nach USA liefert, entsteht der Eindruck, dass China hochwertige Elektronik zu hohen Preisen nach USA liefert und damit zum Außenhandelsdefizit der USA wesentlich beiträgt. Die in der Studie angewendete Mikroökonomik zeigt aber, dass der Beitrag Chinas zum Produkt minimal ist und auf die niedrigste Stufe der Wertschöpfung begrenzt ist. Bei der globalen Verflechtung von Lieferanten sagen die auf der letzten Stufe verrechneten Kosten relativ wenig über die Leistungen des Endlieferanten aus. Die staatlichen Import/Export Statistiken sind deshalb mit Vorsicht zu genießen und geben die tatsächliche Wertschöpfung im Lande nicht wider.  

Es wäre einmal interessant diese Methode im deutschen Maschinenbau und der IT anzuwenden.    

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iPhone ante portas

Juni 27, 2007 · Kommentar schreiben

Während die deutschen und europäischen Anbieter von Kommunikationsdiensten hervorragende Netze nur für Sprache vermarkten können und sich allenfalls durch den Preis unterscheiden (der Service ist meistens gleichmäßig schlecht!), hat Apple wohl mit dem iPhone System wohl wieder eine Marktnische erfolgreich besetzt. Dabei setzt man voll auf die Internet Fähigkeiten und die Vereinfachung und Attraktivität der Benutzer Schnittstelle. Während unsere Provider nach wie vor behaupten, dass die Benutzer nur billig telefonieren wollen.

Leider ist das iPhone wie bei Apple üblich ein geschlossenes System – es gibt keine Möglichkeit Fremdsoftware auf das Gerät zu laden. Andere Firmen können allenfalls Komponenten nach Apple Regeln einführen. Trotzdem wird das Gerät wohl ein Erfolg werden. Für viele private Benutzer von Internet und eMail kann es sogar als Ersatz für den Internet Festnetzanschluss dienen.

Es zeigt sich mal wieder, dass die  „alten Hasen“ im europäischen Raum, die auf „harte“ Technologien fixiert sind, von den „Internet Hasen“ ausgebootet werden.    

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Microsoft’s größtes Sicherheitsrisiko

Juni 15, 2007 · 4 Kommentare

Viele Computerexperten machen es sich einfach und weisen immer wieder auf Sicherheitslücken in Microsoft Produkten hin. Schwieriger wird es dann schon wenn man diese Experten fragt, welche Software denn eigentlich sicherer sei. Man kann Microsoft nun wirklich nicht unterstellen, die Sicherheit ihrer Produkte zu vernachlässigen. Die von Microsoft angebotenen Services für Update ihrer Produkte speziell zum Schließen von Sicherheitslücken sind leicht bedienbar und funktionieren (mit kleinen Ausnahmen) einwandfrei. Das können viele andere Mitbewerber am Software Markt einschließlich der Open Source Szene weit weniger gut.

Es gibt aber bei Microsoft Software ein systematisches Problem von dem mehr als 150 Millionen der 450 Millionen Office Benutzer betroffen sind. Die Angriffe der Hacker sind zunehmend nicht mehr auf die Server sondern auf die Internet Clienten der Benutzer gerichtet. Diese Clienten sind heute häufig über Breitbandverbindungen am Internet und sind in der Regel weit weniger gut geschützt als die Server von Unternehmen, die sich Sicherheitsservices und -experten leisten können. Attacken benutzen zunehmend den Benutzern bekannte  WORD (doc) oder Bilddateien (wmf, jpg), die Benutzer in der Regel von anderen ihnen bekannten Benutzern erhalten oder auf fremden Webseiten öffnen. Man muss also kein unbekanntes Attachment einer eMail öffnen oder einer WORD Dokument auf einer fremden Website öffnen, um sich ein Problem auf dem eigenen PC einzuhandeln. Das BSI hält eine Menge gute Ratschläge für die Benutzer bereit, die aber wenig praxistauglich sind. Eigentlich hilft nur ein regelmäßiger und rechtzeitiger Update der Microsoft Software und zwar nicht nur des Betriebssystems sondern auch der Anwendungssoftware speziell Microsoft Office. Dieser Update ist aber nur möglich, wenn vorher die Installationsprüfung der Software erfolgreich durchgeführt wurde. Nun sind aber etwa 150 Millionen der etwa 450 Millionen weltweit installierten Office Systeme nach Microsofts Ansicht nicht korrekt installiert und können deshalb nicht korrigiert werden. Damit sind etwa 150 Millionen PCs permanent für Hacker angreifbar und können mit geringer krimineller Energie in Zombie Computer umgewandelt und u.a. als Basis für Spam eMail oder Denial of Service Attacken eingesesetzt werden, ohne dass der Benutzer des PCs dies bemerkt.

Microsoft hat lange “nicht korrekte“ Software toleriert und unterstützt. Der Erfolg von Microsoft Office beruht nämlich stark darauf, dass gelegentliche Benutzer illegale Versionen z.B. von WORD benutzen. Der Preis von Word ist nämlich für nur gelegentliche Nutzung viel zu hoch. 2006 wurde jedoch die Firmenphilosophie geändert – „nicht korrekte“ Software wird nicht mehr unterstützt – Benutzer bekommen keine Updates mehr für diese Software.  Natürlich kann man es Microsoft nicht verdenken, dass Kunden, die ihre Software nicht bezahlen, auch nicht unterstützt werden. Jedoch trifft diese Strategie auch viele Benutzer, die ihr System legal gekauft haben oder z.B. zwei Systeme auf ihrem Heim PC und ihrem Laptop völlig legal installiert haben.  

Konsequent wäre es, wenn Microsoft die „illegale“ Nutzung der Software unterbinden würde. Das wäre wohl der endgültige Durchbruch von Open Office, da niemand für nur gelegentliche Nutzung den vollen Preis von Microsoft Office bezahlen würde.  Private Benutzer, Schulen und gemeinnützige Organisationen sind gut beraten, Microsoft Office speziell WORD und EXCEL nicht zu verwenden, um legale Probleme und unkalkulierbare Sicherheitsriskien zu vermeiden.  

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Wahlmaschinen und Wahlmanipulation

Juni 13, 2007 · 1 Kommentar

Wahlen können auf vielfältige Art manipuliert werden. In Deutschland ist bereits die Aufstellung der Kandidaten durch lokale Gruppen der politische Parteien mit häufig weniger als 100 Stimmberechtigten eine extreme Art der Manipulation. Durch Presse und andere Medien werden die Wahlen weiter beeinflußt. Zum Teil wird Politikverdrossenheit gezielt gefördert, um missliebige Wähler von der Wahl abzuhalten. Diese Methode wird zum Beipiel in USA von den Konservativen systematisch angewendet. In Italien wurden die Stimmen zwar richtig gezählt danach aber in der Zentrale verfälscht. Der eigentliche Wahlvorgang verläuft in Deutschland zur Zeit sehr korrekt. Mit einer Vielzahl von ehrenamtlichen Helfern (Wahlzeugen) in den einzelnen Stimmlokalen wird verhindert, dass Mauscheleien ähnlich wie bei CSU internen Wahlen in Bayern stattfinden.  

Wahlcomputer, wie sie auch in Deutschland zugelassen sind, verringern die Möglickeit der Wähler als auch der Wahlhelfer, den Wahlvorgang zu kontrollieren. Dadurch wird auch die Akzeptanz bei den Wählern weiter verringert. Das ist das eigentliche Problem bei Wahlcomputern und nicht die mal wieder vom Chaos Computer Club hochgespielte Möglichkeit dass Aussenstehende die Maschinen manipulieren. In USA hat sich inzwischen durchgesetzt, dass auf alle Fälle ein Papierbeleg zur Kontrolle der Wahl durch den Wähler und durch Wahlhelfer von der Wahlmaschine ausgegeben werden muss. Dieser Beleg wird vom Wähler kontrolliert und dann wie bisher in eine Urne eingeworfen. Ein ähnliches Verfahren wird bei Toto/Lotto in Deutschland seit Jahren erfolgreich betrieben. Dadurch wird eine unabhängige Prüfung des elektronischen Verfahrens durch unabhängige Wahlhelfer möglich. Es wäre ein immenser Schaden für die Demokratie in Deutschland, wenn wegen geringer Kosten- und Zeitersparnis bei der Wahl, dubiose Wahlmethoden eingeführt würden, denen die Wähler nicht vertrauen.

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