Beiträge vom Mai 2007
Die deutsche Politik bedient gerne die Lobbygruppen der „alten“ Industrien (ein schönes Lobbyisten Beispiel liefert ja gerade die Tabakindustrie!), ist aber recht hilflos, wenn es um adequate Standortbedingungen für Internet Unternehmen geht. Im Internet ist der Standortwettbewerb besonders hart, weil ja der Firmensitz völlig unabhängig von Mitarbeitern und Serverhardware gewählt werden kann. PayPal verläßt sogar das bankenfreundliche London, weil man offensichtlich in Luxembourg noch bessere Bedingungen erhält. Große Deutsche „Soft“ Firmen wie Allianz sind ja auch schon unterwegs. Die Politiker sehen dieser Entwicklung mit großen Augen und relativ stoisch zu, da sich diese Entwicklung im Moment ja noch nicht groß auf die Gesamtwirtschaft auswirkt. Nachdem ja bereits der CIA alle SWIFT Zahlungen in Europa (auch der Alpenfestung Schweiz) überwacht, scheint es den deutschen Banken ziemlich egal zu sein, wer in Zukunft die Zahlverfahren im Internet beherrscht. Hier sind sie sich mit den internationalen Terroristen einig, die das auch bei uns im Mittelalter weit verbreitete System des direkten, personengebunden Zahlungsverkehrs benutzen, bei dem keinerlei schriftliche Unterlagen entstehen. Auch nicht für den CIA.
Siehe auch: Google Entwicklungszentrum Europa in Zürich
Ciao Herr Schäuble
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Nachdem SAP die Entwicklung hin zu Web basierten Systemen total verschlafen hat, glaubte man mit dem Einkauf von Top Tier und dessen CEO Shai Agassi mitsamt einer Entwicklungsabteilung in USA, den Rückstand schnell aufholen zu können. Eine schwäbisch /badische Zusammenarbeit mit IBM beim Portalstandard wurde vom Management sehr schnell eingestellt, da man ja vermeintlich in USA hervorragend positioniert war. Nun scheint die Zusammenarbeit doch nicht so gut zu funktionieren (Daimler II ?)!
In USA hat man schon immer gerne schnelle „quick & dirty“ Lösungen bevorzugt. In der Consumer Software wurde zum Entsetzen deutscher Informatikpäbste diese Methode perfektioniert. Die Software wird extrem schnell entwickelt und dann von der Zielgruppe getestet – die Firefox Entwicklung mit 10 000 Testern ist da ein gutes Beispiel. Die Funktionalität und die Qualität dieser Software ist dann wesentlich besser, als bei konventionell entwicklelter Software. Das ganze wird in USA dann auch noch mit „Buzz“ versehen – der neueste Trend ist z.B. „Outside In“ Entwicklung. Man meint damit, dass man erst die Funktion festlegt, bevor man programmiert! Auch Microsoft ist da ein gutes Beispiel. Da dürfen die Benutzer schon Jahre vor dem Shipment die neue Software testen und hinterher in den Foren auch noch den Produkt Support machen!
Bei Software für die Industrie funktioniert das aber leider nicht, da die Kunden von SAP weder viele clevere Programmierer noch Zeit und Lust haben, Fehler in der gekauften Software zu suchen. Auch die deutschen SAP Entwickler wollen sich dieser Aufgabe offensichtlich nicht annehmen und die launische Open Source Community kann sich für diese Idee schon gar nicht begeistern. Deutsche CIOs, die meist näher bei „Career is Over“ als bei „Chief Innovation Officer“ angesiedelt sind, halten sich einfach beim Kauf der „green tomato“ Software mehrere Jahre zurück. Dies natürlich sehr zum Leidwesen der Lizenzeinnahmen von SAP.
Nun soll Hasso Plattner die Sache wieder ins Lot bringen. Offensichtlich hat SAP es nicht verstanden, herausragende technische Führungskräfte im Unternehmen heranzuziehen. In Deutschland ist es eher üblich, eine breite Mitte zu fördern. Bei einer privaten Umfrage sagten z.B. IT Manager, dass sie etwa 80% ihrer Personal orientierten Zeit mit den schlechten Mitarbeitern (meist vergeblich) widmen. Der VfB Stuttgart hat gezeigt wie man es macht. Anstatt die Jugendabteilung daran zu messen, ob man Deutscher Jugendmeister wird, achtet man mit Balanced Score Card jetzt darauf, Spitzenspieler in den Profikader zu bringen. Vielleicht könnte sich ja Hasso Plattner mit Erwin Staudt, VfB Präsident und ehemaliger Chef der IBM Deutschland, mal darüber unterhalten wie man das macht. Zumindest das IBM Labor in Böblingen scheint das mit seiner Hardwareentwicklung zu schaffen.
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An Spam eMail hat man sich inzwischen ja gewöhnt. Alle ernsthaften eMail Programme bieten SPAM Filter an, die einigermaßen arbeiten. Mit der Zunahme der Call Center mit häufig schlecht bezahlten Mitarbeitern wächst auch die Zahl der SPAM Telefonanrufe. Man wundert sich manchmal woher die Anrufer die manchmal äusserst detaillierten Informationen über die Kunden haben. In der Werbebranche wurden Adressen schon immer gehandelt, dabei stieg der Preis wenn Adressen von Zielgruppen z.B. bestimmter Berufs- oder Altersgruppen angeboten wurden. Hat man nun die Adressen und möglichst viele Zusatzinformationen, kann man die Adressen mit entsprechenden Programmen sortieren und verkaufen. Natürlich kann man heute Adressen relativ leicht im Internet sammeln. Die traditionellen Methoden durch Preisausschreiben (Sie haben gewonnen … !), kostenlose Informationsbroschüren und Aufkaufen von Kundendaten erreichen aber auch Zielgruppen, die kein Internet benutzen. Dubiose Firmen, die meist vom Ausland aus operieren, gehen da recht skrupellos vor. Aus USA kommt eine neue Masche, bei der die Konten von älteren Menschen abgeräumt werden, die noch nie das Internet benutzt haben. Durch Anfragen nach Gesundheit usw erwerben die Anrufer das Vertrauen der Kunden und erfragen die Bankdaten, um anschließend die Konten abzuräumen.
Interessanterweise ist in Deutschland die Weitergabe von Kundeninformationen nicht generell verboten. Städte und Gemeinden gehen da sogar mit schlechtem Beispiel voran, indem sie Bürgerlisten gegen gutes Geld an Interessenten verkaufen. Man kann zwar beantragen, dass die Adresse nicht weitergegeben wird. Das gilt aber nur für das laufende Jahr! Es ist schon beschämend, dass wegen einer geringen Zusatzeinnahme der Gemeinden der Datenschutz auf der Strecke bleibt.
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Open Innovation ist eine neue Management Mode, mit der Großunternehmen die Verringerung ihrer Forschungsausgaben als Managementmethode theoretisch begründen. Anstatt Innovationen im Unternehmen selbst zu entwickeln, versucht man durch Zusammenarbeit mit Partnern und Universitäten, Aufkaufen von kleinen innovativen Firmen und Patenten, neue Produkte und Dienstleistungen zu schaffen. In der IT Industrie ist dieses Vorgehen bereits seit längerem Praxis. Wachstum in Umsatz und Know How wird bei IBM, Microsoft, Oracle, SAP und jetzt auch bei der Software AG weitgehend durch Aufkaufen von kleineren Konkurrenten erzielt. Die kleinen Firmen haben bereits erkannt, dass sie auch bei Erfolgen kleine Brötchen backen müssen. 75% der Inhaber kleiner IT Firmen in Deutschland geben den Aufkauf ihrer Firma von einem der Großen als Ziel ihrer Firmenstrategie an.
Jetzt folgen auch Firmen anderer Branchen wie z.B. Unilever und Nokia. Die Firmen haben teilweise eingesehen, dass sie ohne innovative Partner ihre Geschäfte kaum ausweiten können man versucht aber auch strategisch, die Risiken für Forschung und Entwicklung im Unternehmen weitgehend zu vermeiden. Die Konsequenzen für die Beschäftigten dieser Firmen in Forschung und Entwicklung sieht man recht deutlich am Beispiel Nokia/Siemens. Deutschland ist für diese neue Welle der Globalisierung schlecht gerüstet, da es praktisch kein Risiko Kapital und auch wenig Förderung für kleinere Firmen gibt. Die Politik hat sich speziell in der IT bisher darauf verlassen, dass die Großfirmen die Innovationen vorantreiben und neue Geschäftsfelder erschließen. Durch Aufkäufe werden meist keine neuen Arbeitsplätze geschaffen sondern vorhandene Arbeitsplätze in Deutschland gestrichen, wenn Firmen im Ausland aufgekauft werden. Der Skill bleibt dann auch meist im Ausland und wird nicht nach Deutschland transferiert. Job Wachstum findet dann vorwiegend im Ausland statt. Schlechte Karten für den deutschen IT Nachwuchs!
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Nachdem der Widerstand der Ärzte und anderer Beteiligter im Gesundheitswesen gegen die Einführung der Gesundheitskarte wächst, wird neuerdings an den Patriotismus apelliert. Die Gesundheitskarte wird dabei zum Exportschlager hochstilisiert. Referenzprojekte sind für neue Produkte im Weltmarkt enorm wichtig. Jedoch wurde die führende Stellung, die Deutschland nach Einführung der heutigen Gesundheitskarte, in über 10 Jahren Geplänkel verloren. Die technischen Grundlagen und Standards für eine europäische Gesundheitskarte wurden vor über 10 Jahren bereits mit DIABCARD gelegt. Im Gegensatz zur jetzigen deutschen Sonderlösung waren damals die wichtigsten europäischen Länder (Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien … ) sowie die IT Software Industrie IBM, Microsoft, SUN an der Definition der Standards und auch an Feldversuchen beteiligt. Die sich damit in der Mitte der neunziger Jahre bietende Chance wurde aber verschlafen. In China wurde inzwischen mit massiver staatlicher Unterstützung und mit Beteiligung europäischer Firmen eine mächtige Smartcard Industrie und der zugehörige Markt aufgebaut. Man sollte den Traum vom Exportschlager Gesundheitskarte wohl schnell vergessen. Es ist aber schon beeindruckend wie unsere Gesundheitsministerin und bestimmte Gruppen in der Industrie an dem Projekt trotz der Warnung vieler Fachleute festhalten. Einsicht und Umkehr sind eben nicht Bestandteil der politischen Kultur in Deutschland.
Siehe auch: Elektronische Gesundheitskarte in Deutschland
Meine Gesundheitsakte gehört mir
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Mit Begeisterung hat unsere Regierung mal wieder ein Modell aus USA aufgenommen – die Studenten sollen ihr Studium in guter kapitalistischer Manier vorfinanzieren. Wohin das führt, zeigt dass Beispiel in USA sehr deutlich - das System versinkt in Korruption und Vergeudung von öffentlichen Geldern. Dies wird kombiniert mit windigen Studienangeboten, die zwar viel Geld kosten, aber den Studenten keine Arbeitsplätze bieten. Diese Tendenz sieht man auch in Deutschland, wo allenthalben neue Studiengänge speziell für die neuen Batchelor Abschlüsse entstehen, die Qualität und der Bedarf dabei aber oft übersehen wird.
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Es ist schon deprimierend wie hilflos der einstige Kommunikationsriese (und mit ihm die ehemaligen Lieferanten Siemens, SEL u.a.) Telekom im verschärften Wettbewerb agiert. Die Versäumnisse der Vergangenheit, wie veraltete IT Infrastruktur beim Service, mangelnde Weiterbildung des Personals aber vor allem totale Fehleinschätzung der technologischen Entwicklung haben das Unternehmen in die Krise geführt. Die Telekom hat es als Marktführer nicht verstanden, ihren Anteil in der Wertschöpfungskette zu erhöhen. Endlosen Diskussionen, über mögliche Mehrwertdienste und benutzerfreundliche Self Service Dienstleistungen, sind sowohl im mobilen Bereich (UMTS, 3G) und DSL praktisch keine Taten gefolgt. Amerikanische Unternehmen wie APPLE (iPhone) , SUN und GOOGLE vor allem mit „Location Based Services“ übernehmen zunehmend die hochwertigen Dienste und drängen die Telekom und andere Wettbewerber in Deutschland in die undankbare und wenig profiable Rolle des Betreibers der physikalischen Netze. Auch die Politik, die ja vorwiegend mit den Unternehmensführern und nicht mit den Fachleuten in den Unternehmen spricht, hat mit ihren vorwiegend Hardware orientierten Förderprogrammen die Zeichen der Zeit nicht erkannt. Wer zu lange redet und zu spät Taten folgen läßt, den bestraft das Leben. Traurig ist nur, dass die härtesten Lasten die Belegschaft tragen muss. Bei solchen Krisen ist aber nicht nur das Topmanagement, sondern auch das mittlere Management gefordert, dass es sich aber auch in der kuscheligen Umgebung des alten Monopolunternehmens nicht ungern bequem gemacht hat. Wie sagte schon Jack Welsh, der legendäre CEO von General Electric, „Ich will dass meine Mitarbeiter ehrlich sind – und wenn es sie ihren Job kostet!“
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Im französischen Fernsehduell zur Präsidentschaftswahl fragte Mme Royal Ms Sarkozy welchen Anteil nukleare Anlagen bei der Erzeugung des Stroms in Frankreich hat. Sarko antwortete 50% wurde von Sego aber sofort korrigiert – es seien nur 17%. Die richtige Antwort ist jedoch 80% was offensichtlich nur dem Korrespondenten der NY Times auffiel. Wenn man überlegt, dass sich jeweils gr0ße Stäbe mit der Vorbereitung dieses Fernsehduells beschäftigen, ist solch ein Fehler speziell von Mme Royal, die die Frage ja stellte, schon bemerkenswert. Offensichtlich nutzen Politiker und ihre Stäbe nach wie vor das Internet nicht, um wichtige Aussagen zu überprüfen. Ein Blick in Wikipedia hätte genügt.
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Für meine Besucher aus USA war es neulich ganz selbstverständlich, dass die Kinder ihre Zeugnisse und Testergebnisse im Internet von Deutschland aus einsehen konnten. Die Mutter – eine Lehrerin – berichtet, dass die gesamte Schulverwaltung weitgehend papierlos ähnlich wie ein kleiner moderner Industriebetrieb arbeitet. Die Kommunikation mit den Eltern läuft über eMail und ist weit intensiver und verlässlicher als bei uns, wo die Schüler meist nur die schlechten Nachrichten an die Eltern überbringen sollen. In Deutschland werden zwar den Schülern PC Kenntnisse vermittelt, die Lehrer benutzen in der Regel jedoch IT nur privat oder gar nicht. IT basierende Kooperation ist weitgehend unbekannt. Die Chancen welche die IT bietet, die dringend notwendigen Veränderungen im Schulwesen zu beschleunigen, werden leider nicht genutzt.
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