IT Politik

Beiträge vom April 2007

Schäuble und Igel

April 26, 2007 · Kommentar schreiben

Mit immer neuen Vorschriften versuchen technisch wenig informierte Politiker die Bürger und Firmen mit technisch unsinnigen Massnahmen zu überziehen. Interessant ist da wie sich die Politiker verhalten. Nachdem in der US Regierung die illegalen Tätigkeiten einiger Strippenzieher in der Bush Regierung mit Hilfe von gespeicherter oder besser unzureichend gelöschter eMail aufgedeckt werden konnten, weichen in den USA die Politiker ähnlich wie Internetkriminelle auf „geheime“, private eMail Server aus. Die Igel sind natürlich schon längst da und weisen in ihren Blogs auf diese Methoden hin.  Mal wieder Pech gehabt. 

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Warum spendet Bill Gates 60 M$ für Schulen PR

April 25, 2007 · 2 Kommentare

Zunächst einmal sorgt die geringe Steuer auf erarbeitetes Einkommen jedoch hohe Erbschaftssteuer in USA ( 48% in der Spitze bei 670 000 Dollar Freibetrag) dass in USA schon vor dem Ableben kräftig gespendet wird. Bill Gates hat viel Geld aus seiner Stiftung in Projekte gepumpt. Er musste aber erkennen dass punktuelle „Leuchtturm Projekte“ insgesamt wenig bewirken. Mit 60 M$ will er nun in einer PR Kampagne wohl ähnlich wie Bono bei der nächsten Präsidentenwahl 2008 dafür sorgen, dass das Thema Schulen genügend wichtig genommen wird. Eine solche Spende wäre in Deutschland sicher auch hochwillkommen, speziell um den Nachwuchs für Ingenieure und Informatiker durch gute Ausbildung in den Schulen zu fördern. Die Hoffnung ist aber gering. Wenn wie von der CDU geplant die Erbschaftssteuer abgeschafft wird, besteht für deutsche Reiche wohl kein Grund ihr Vermögen schon vor dem Ableben sinnvoll zu verteilen.

Siehe auch 
IT studieren auf Pump?
Informatiker und Ingenieurmangel in Deutschland

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Warum kommt Europa beim Thema Research nicht voran?

April 25, 2007 · Kommentar schreiben

Zitat aus dem Bericht der EU zum Stand der Forschung in der EU:
„Universities across the EU employ about 37% of researchers, compared to around 15% in the US and 26% in Japan.“ Ein großer Teil der Forschung findet in Europa in universitären Elfenbeintürmen statt. Der Transfer in die Wirtschaft gestaltet sich dann entsprechend schwierig. Im 7th Framework Program der EU wird diese ungute Entwicklung sogar noch gefördert indem Wissenschaftsdienstleister (das sind wohl Organisationen an und in den Universitäten) in den Projekten zu 100% bezahlt werden, während Privatfirmen immer einen Eigenteil einbringen müssen. Speziell in Frankreich gibt es Regionen, deren Research Arbeitsplätze weitgehend vom Staat bezahlt werden. In Deutschland sieht man ähnliche Entwicklungen. Die Region Freiburg ist da schon unterwegs!

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European Research Area (ERA) – Diskussionen

April 25, 2007 · Kommentar schreiben

Die Brüsseler Bürokratie tut sich speziell in der IT Technologie etwas schwer. Die umständlichen und langfristig (3 – 5 Jahre) angelegten EU Programme sind kaum geeignet mit der raschen Entwicklung von neuen Ideen und Services im Web mitzuhalten. Positiv ist, dass die EU Kommission versucht eine öffentliche Diskussion nicht nur mit den bekannten Lobbyistengruppen sondern auch mit interessierten Bürgern zu starten. Am 1. Mai 2007 soll es mit einer Diskussion über ERA losgehen. Mal sehen – jedoch schon der Versuch, moderne Kommunikationstechniken in der Politik einzusetzen, ist lobenswert. Als Griechenland den EU Vorsatz hatte, wurde einmal eine Initiative zur direkten Bürgerbeteiligung gestartet. Das ist aber schnell eingeschlafen.

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Google Entwicklungszentrum Europa in Zürich

April 22, 2007 · 3 Kommentare

Google baut in Zürich ein Entwicklungszentrum für bis zu 1600 Top Entwickler in Zürich auf. Für deutsche Politiker und Manager vom Typ Klau’s Kleingeld ist das eine total falsche Entscheidung. Immerhin sind die Löhne in Zürich wohl die höchsten in Europa!  Wirklich erfolgreiche und innovative Firmen wie Google wissen aber, dass sich Investitionen in exzellente Mitarbeiter besser rentieren als Sparmaßnahmen bei durchschnittlichen Mitarbeitern. Google sucht Top Entwickler weltweit und weiß, dass sie diesen auch etwas bieten müssen. Argumente für Zürich waren:

  • Zürich ist die Stadt mit der höchsten Lebensqualität in der Welt und ist attraktiv für Software Entwickler aus aller Welt.
  • Die Schweiz ist traditionell modernen Technologien gegenüber aufgeschlossen.
  • Die ETH ist seit jeher eine wirkliche Eliteuniversität – ein ETH Ingenieur genießt in der Schweiz ein höheres Ansehen als z.B. ein Arzt
  • In der Schweiz hat sich eine Szene von kleinen, innovativen Softwarefirmen gebildet z.B. hat sich hier auch Microsoft in die VoIP Technologie eingekauft.  
  • Die Schweiz besteuert Einkommen aus Arbeit angemessen und nicht exzessiv wie Deutschland.   

Die exzessive Besteuerung von Einnahmen aus Arbeit verhindert in Deutschland die Ansiedlung hochwertiger Dienstleistungen. Die Investmentbanker der Deutschen Bank haben zum Beispiel deshalb ihren Sitz in London. Die Top IT Entwickler, die Google einstellt, sind sicher nicht bereit, ihr Gehalt mit dem deutschen Fiskus zu teilen und dabei die kleinere Häfte zu bekommen. Als ich vor Jahren einen Top Software Entwickler aus England brauchte, hat dieser sofort abgewinkt, als ihm klar wurde wieviel Steuern er auf sein sehr gutes reguläres Gehalt zahlen müsste. Die Lösung sah dann so aus. Er gründete in der Schweiz eine Firma, bei der er angestellt war und die ihm ein recht geringes Gehalt für seine Tätigkeit in Deutschland auszahlte. Diese Konstruktion oder eine ähnliche wird wohl die Regel für unabhängige deutsche Berater werden, wenn die Steuer in Deutschland weiterhin zu Lasten der Arbeitnehmer erhöht wird. 

Die Schweiz schneidet mit ihrer Regelung der Einkommensteuer hervorragend ab, weil viele weltweit  tätige Konzerne ihre Europazentralen auch aus steuerlichen Gründen in der Schweiz ansiedeln und ihre Top Mitarbeiter  sehr gut bezahlen.  Die 16 % der Arbeitnehmer mit mehr als 100 000 Schweizer Franken Einkommen im Jahr tragen 75 % der Einkommensteuerlast in der Schweiz. Die Staatsquote – der Anteil der Steuern am Bruttosozialprodukt – ist in der Schweiz und auch in USA nicht wesentlich verschieden von der Staatsquote in Deutschland. Die Schweiz leistet sich sogar Infrastrukturprojekte wie die neue Eisenbahnstrecke durch die Alpen – ähnliches sucht man in Deutschland vergeblich. Die Steuern sind in der Schweiz und auch in den USA anders verteilt.

Die deutsche Politik, Einkommen aus Arbeit extrem hoch zu besteuern, verhindert die Ansiedlung und den Aufbau von Arbeitsplätzen in einer hochwertigen Dienstleistungsgesellschaft in Deutschland und fördert zudem die Verlagerung von Arbeitsplätzen in der Industrie ins Ausland.        

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EU gegen Microsoft

April 18, 2007 · Kommentar schreiben

Die EU versucht auf allen Märkten einen gemeinsamen europäischen Markt zu schaffen. Es sei nun dahingestellt ob das immer sinnvoll ist. Offensichtlich ist jedoch, dass die EU auf Gebieten mit starken Lobbyisten wie z.B. Energie oder IT immer wieder scheitert. Speziell Microsoft entzieht sich immer wieder mit legalen Tricks oder der Unterstützung des US Außenminiteriums einer Öffnung des Marktes. Microsoft verfolgt generell eine Strategie, seine Produkte technisch so zu verzahnen, dass es extrem aufwändig wird, wenn man andere Produkte als die von Microsoft empfohlenen verwendet. Speziell  erfordern viele Microsoft Produkte die Verwendung des MS Internet Explorers oder der MS Office Produkte.  Die EU könnte diesem Geschäftsgebaren sehr schnell Einhalt gebieten, wenn bei allen Ausschreibungen in der EU eine volle Kompatibilität der Softwareprodukte mit Open Office und dem Firefox Browser gefordert wird. Allerdings muss man da die Produkte schon etwas genauer anschauen. Diese Methode würde MS am kritischen Punkt – den Einnahmen – treffen. Juristische Schlachten kann man sich dann ersparen!    

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IT Studieren auf Pump?

April 11, 2007 · 3 Kommentare

Die Möglichkeit kostenlos zu studieren war in der Vergangenheit für begabte Kinder aus nicht vermögenden Famlien ein wesentliches Element des deutschen Sozialstaates. Diese Schicht stellte auch einen Großteil der Ingenieure und „Schaffer“ in der Gesellschaft, da man sich für den gesellschaftlichen Aufstieg ins Zeug legen musste. Studieren wird jetzt aber teuer in Deutschland – man hat offensichtlich USA als Vorbild. Die Studenten sollen ihr Studium selbst bezahlen und dafür meist überteuerte Kredite bei den Banken aufnehmen. Der Kostenanstieg durch ausufernde Studentenzahlen ist aber eher durch Aushöhlung der Standards und Erfindung immer neuer akademischer Berufsbilder entstanden als durch Erhöhung des Anteils der Begabten in Deutschland. Im Gegensatz zu USA fehlt hier aber die  Freiplätze für Hochbegabte. Der in Deutschland geborene John Werner Kluge spendet der Columbia Universität  z.B. 400 Millionen $ für Hochbegabten-Stipendien. Herr Kluge hat erkannt, dass sich Investitionen in Menschen mehr lohnen als Investitionen in Forschungseinrichtungen und Beschäftigungsprogrammen für Forscher. Ein klassisches Beispiel ist der neueste Space Shuttle Besucher Charles Simonyi   , der es vom einfachen Programmierer und Immigranten aus Ungarn als Pogrammierer bei Microsoft zum Milliardär geschafft hat und nun wirklich an der Spitze seiner Karriere angekommen ist und auf uns alle wohlwollend herabsehen kann.

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Internet Kompetenz bei Bund und Ländern

April 7, 2007 · Kommentar schreiben

In der Politik wird zwar gerne von eGovernment gesprochen, in der Realität sieht es aber nicht sehr gut aus. Natürlich haben Bund und Länder alle Webauftritte – es fehlt aber offensichtlich an der Koordination. Während z.B. der Bund mit www.bund.de einen gut gestalteten und (veralteten) Web Standard (XHTML 1.0 Transitional, UTF-8 Codierung) konformen Webauftritt geschafft hat, mühen sich einzelne Länder noch mit alltäglichen Problemen wie Character Codierung (bei iso-8859-1 kommt es immer wieder zu Unverträglichkeiten durch verschieden Tools) herum. Damit ist man selbst beim Grundlagen ABC von einem integrierten eGovernment System weit entfernt. Die MarkUp Standardkonformität kann man mit dem W3C MarkUp Validation Service ja leicht nachprüfen!  Ein grundlegendes Problem sind sicher die verschiedenen Tools, die in den Regierungsstellen verwendet werden und die nicht Standard konform sind. Microsoft tut sich bei Standardskonformität ja auch etwas schwer. Das zeigt, dass selbst die einfachsten Sorgfaltsregeln bei den IT Ausschreibungen nicht beachtet werden. Es würde wohl keiner Baubehörde einfallen, DIN Standards nicht zu beachten. Man muss sich dann auch nicht wundern dass die politischen IT Gebäude gern und oft einstürzen. Anstatt sich mit Microsoft in der EU auf der legalen Ebene herumzuschlagen, sollte stattdessen in allen Ausschreibungen auf Konformität mit den W3C Standards geachtet werden. Damit würde man wesentlich mehr für die Chancengleichheit und Interoperabilität von IT Systemen tun, als mit politischen Vorgaben.   

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Kann man Schäubles Fingerabdruck trauen?

April 4, 2007 · 2 Kommentare

Die Firma Dermalog ein Hauptlieferant des Bundes für Geräte zur Erkennung von Fingerabdrücken ist in das Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Wie bei Siemens besteht der Verdacht auf Schmiergeldzahlungen bei Dermalog an indonesische Beamte. Dieser Vorfall wirf ein weiteres ungünstiges Licht auf die von den deutschen Innenministern so geförderte Biometrieszene. Obwohl bis heute keine wirklich fundierten Zahlen über die Wirksamkeit der Fingerabdruckverfahren (genauso wie bei Gesichtserkennung) und auch keine weltweit akzeptierte Normung existieren, soll in Deutschland ja ein  Verfahren zur Erkennung von Fingerabdrücken eingeführt werden. Dies soll wohl das unnötige Vorpreschen der Deutschen beim Pass mit Chip flankierend stützen. Da die technischen und organisatorischen Argumente nicht wirklich ausreichen, muss eben mit in vielen Regierungskreisen üblichen Mitteln nachgeholfen werden. Das Innenministerium tut mit dieser Strategie sich noch den Bürgern in Deutschland einen Gefallen und liefert ein weiteres Argument für die in Deutschland notorische Technikfeindlichkeit.

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Das Ende von Digital Rights Management?

April 3, 2007 · Kommentar schreiben

Die Internet-Gemeinschaft hat von Anfang an die Einführung des Digital Right Managements als unnatürliche Behinderung und Einschränkung der Rechte der Benutzer bekämpft. Der Entschluss von EMI und Apple Musikstücke ohne Kopierschutz (aber mit erhöhtem Preis) im Internet anzubieten, ist wohl ein wichtiger Sieg für die Internet-Gemeinschaft. Apple kann wohl sein Marktführerschaft bei den Musik/Video Playern sicher besser mit einem offenen System ausbauen, als mit dem bisherigen geschlossenen iPOD System. Die Musikindustrie kommt spät zu der Einsicht, dass digitale Daten auf einer CD sich nicht von Daten in einem anderen Speichermedium unterscheiden. Die Versuche  speziell von Microsoft über ein proprietäres Digital Rights Management eine dominante Marktstellung zu erreichen, sind damit wohl gescheitert. Ein wohlverdienter Sieg der Benutzer und der von ihnen gewünschten offenen Systeme!  Eine Niederlage auch für die Lobbyisten, die DRM sogar in das Koalitionsvereinbarung der deutschen Regierung einbringen und ein restriktives Gesetz  in den deutschen Gesetzesdschungel einbringen konnten. Hier wurde mal wieder ein alter juristischer Grundsatz verletzt: Gesetze sollten erst erlassen werden, wenn wirklich Bedarf besteht! Gesetze sind nicht geeignet zur Steuerung von Märkten und Kunden!  

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