IT Politik

Beiträge vom März 2007

Blog Sammler – Blog Syndication zum zweiten

März 26, 2007 · Kommentar schreiben

Nachdem Blog Syndication (siehe auch)  in USA bereits verbreitet ist, tauchen in Deutschland die ersten Blogsammler Sites wie z.B. Blogschleuder auf. Auch diese Blog wird von Blogschleuder gesammelt. Die ersten Erfahrungen sind eher negativ. Da die Qualität der gesammelten Blogs sehr unterschiedlich ist, werden Besucher durch die Vielzahl der banalen Blogs eher abgeschreckt. Bei der Suche werden Blogsammler bei den heute üblichen Google Suchalgorithmen bevorzugt – ein Original Eintrag im Blog führt zu zahlreichen Referenzen in GOOGLE und trägt damit zur allgemeinen Datenvermüllung bei. Da kleine Spezialblogs in der Regel über SUCHEN gefunden und besucht werden, ist die wahllose Sammlung von Blogs für Autoren nicht interessant und kann sich sogar negativ auswirken. Hier ist Regelungsbedarf. Blogsammler sollten ohne Zustimmung des Autors keinen Blog sammeln dürfen. Blogschleuder bietet zumindest eine Option zum Löschen des Blogs aus der Liste an. In den USA entwickelt sich bereits ein Wettbewerb der Websammler Dienste um gute Blogger, da letzendlich die Inhalte der Blogs und nicht deren Präsentation interessant sind.   

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Informatiker und Ingenieurmangel in Deutschland durch verfehlte Schulpolitik

März 25, 2007 · 2 Kommentare

Bei den Klagen über fehlende Ingenieure und Informatiker in Deutschland wird übersehen, dass die „technischen“ Berufe vorwiegend von sozialen Aufsteigern gewählt werden. Da das deutsche Schulsystem zunehmend Kinder der ärmeren Schichten ausgrenzt, fehlen damit auch die hochmotivierten und arbeitswilligen sozialen Aufsteiger in der Industrie. In den USA haben nach dem Krieg die Immigranten aus Europa, danach aus China und Indien die technischen Berufe ergriffen, während die amerikanischen Jugendlichen eher die „Softberufe“ bevorzugen. Offensichtlich möchte die deutsche Industrie einen ähnlichen Weg wie die USA einschlagen und den deutschen Arbeitsmarkt für ausländische Ingenieure und Informatiker aus Osteuropa, Asien und Indien öffnen, die in Deutschland studiert haben. Auswahl gibt es offensichtlich genügend, da in manchen Ingenieurstudiengängen z.B. im Maschinenbau schon mehr als die Hälfte der Studenten aus China kommen. Diese jungen Leute wissen offensichtlich die kostenlose Ausbildung in Deutschland im Gegensatz zu unseren Jugendlichen zu schätzen.    

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eGovernment in der EU

März 25, 2007 · Kommentar schreiben

In der Tageszeitung erschien neulich ein längerer Bericht über die Tätigkeit eines deutschen EU Abgeordneten, die nach Meinung des Abgeodneten von der Bevölkerung nicht genügend gewürdigt wird. Die Tätigkeit des EU Abgeordneten wird entscheidend von den vielen anstrengenden Reisen nach Brüssel und Straßburg und vielen Hotelaufenthalten geprägt. Anschließend erfährt man, dass sich der Abgeordnete u.a. für ein Gesetz zur Regelung der Herstellung von Hustenbonbons in der EU und anderer wichtiger Dinge gekümmert hat. Hätte der Abgeordnete ein solche Sachfrage in einem Industriebetrieb mit ähnlich hohem Diskussions- und Reiseaufwand erledigt, hätte er wohl sicher eine Abmahnung bekommen. Anscheinend kennen und nutzen die EU Abgeordneten die heute in der Industrie üblichen Methoden der Zusammenarbeit über das Web nicht.    

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Der obligate CeBit Rundgang der Kanzlerin

März 20, 2007 · Kommentar schreiben

Der CeBit Rundgang des Kanzlers zu Kohl und Schröder Zeiten und jetzt der Kanzlerin ist ein Ritual der Politik um zu zeigen, dass man sich neben dem politischen Kleinkrieg auch um Zukunftsthemen kümmert. In Realität ist es aber eigentlich nur ein Presseauftritt. Kohl war durch seine Größe selbst im größten Pulk nicht zu übersehen, Schröder war das „Loch“ in der Menge – ähnlich ist es auch bei Frau Merkel. Interessant ist, dass Frau Merkel immer wieder nach dem Nutzen der IT fragt. Kein Wunder, dass die deutsche IT Industrie und Forschung die wirklich wichtigen Entwicklungen wie z.B. MySpace oder YouTube verschläft, weil diese Anwendungen nicht in das übliche Schema der kommerziellen Datenverarbeitung passen. Kein Wunder wenn Roland Berger und die deutsche Großindustrie die Gutachten erstellen und die Richtung in Deutschland bestimmen. Man sollte sich vielmehr ähnlich wie bei Wind- und Solartechnologie überlgen, wie junge innovative Firmen, die im kleinen bereits erfolgreich sind, durch attraktive Programme gefördert werden können. Das Geld hierfür könnte von der Förderung für Großfirmen leicht abgezogen werden z.B. mit der Regel, dass pro 1000 Arbeitsplätze, die abgebaut werden, 10 Millionen Fördergelder und Steuernachlässe zurückgegeben werden müssen.      

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Eliteförderung in der IT

März 19, 2007 · 1 Kommentar

Kaum zieht die Konjunktur wieder an, erscheinen die üblichen Klagen über Ingenieur- und speziell IT Fachkräftemangel der Industrie in der Presse. Herr Kleinfeld von Siemens beklagt sich über den Mangel an Fachkräften . Er braucht sich ja nicht wundern – jeder Jungingenieur oder -informatiker überlegt sich wohl heute gut, ob er seine jungen Jahre bei einer Firma verbringen soll, die aufgrund von falschen Managementstategien tausende von älteren Mitarbeitern entlässt und Zukunftstechnologien wie die Entwicklung von Embedded Software nach Finnland auslagert. Speziell der Mangel von Experten in der SOA Technik wird von einschlägig tätigen Firmen beklagt. Die IT Experten schätzen wohl den Markt und ihre mögliche Teilnahme an den Unternehmenserfolgen speziell bei mittelständischen Unternehmen etwas kritischer ein. Wie das Beispiel in den USA zeigt, dient die Eliteförderung hauptsächlich den Großfirmen, da  mittelständische Firmen mangels Masse in der Regel keine Umgebung zur Weiterentwicklung der Mitarbeiter bieten können und wollen.  Interessanterweise kommen neue Entwicklungen vorwiegend von Absolventen weniger bekannter Universitäten in USA oder von Studenten der Eliteuniversitäten, die ihr Studium rechtzeitig abgebrochen haben – Bill Gates läßt grüßen. Völlig falsch ist es, hinter die sowieso schon zu lange schulische und universitäre Ausbildung in Deutschland noch eine „Eliteausbildung“ anzuhängen.

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RFID Pässe und Ausweise zur Zugangskontrolle

März 19, 2007 · Kommentar schreiben

In der Presse liest man immer wieder euphorische Artikel über die phantastischen Möglichkeiten, die RFIDs bieten aber auch kritische Artikel, die zu Beispiel zeigen wie die vielgerühmten elektronischen Ausweise, die gegen viel Geld bei uns ausgegeben werden, leicht gefälscht werden können. Elektronische Fälschungen sind viel schwerwiegender als  z.B. gefälschte Geldscheine oder Papierausweise, da elektronische Fälschungen weder von Laien noch Experten erkannt werden können und diese auch beliebig dupliziert und leicht verteilt werden können. Grundsätzlich kann jeder elektronische Ausweis dupliziert werden, sobald er ausgelesen werden kann (genauso wie Papierdokumente kopiert werden können.) Nun ist die RFID Smartcard Technologie tatsächlich sehr sicher. Wenn man diese Technologie aber falsch anwendet wie z.B. bei den Pässen aber auch bei Teilen der Gesundheitskarte, dann ist diese Technologie aber wesentlich unsicherer und lädt zum Identitätsdiebstahl direkt ein. Sowohl bei den internationalen Pässen als auch bei der Gesundheitskarte werden zwei Basisregeln der Smartcard Sicherheit verletzt. 

1) Der Schlüssel zum Auslesen muss genügend lang (zur Zeit > 128 bit), geheim und zufällig ausgewählt sein. 

2) Die Informationen auf dem Chip müssen gesperrt oder total gelöscht werden wenn bei einem Angriff mehrfach versucht wird mit einem falschen Schlüssel auf die Information zuzugreifen. Dieses Verfahren wird z.B beim PIN der Bankkarte  angewendet – die Karte sperrt ja nach dem dritten Fehlversuch. Die Wahrscheinlichkeit, dass man zufällig den richtigen PIN einer gefundenen Karte findet ist 0,4 Promille reicht aber aus, um  den Missbrauch unattraktiv zu machen. Wer jemals dreimal einen falschen PIN bei seiner Bankkarte eingegeben hat, weiß welche unangenehme Folgen das hat.

Damit ein Smartcard oder RFID System wirklich sicher ist, muss man auch ein hochsicheres System zur Verteilung der Schlüssel implementieren oder noch besser alle Schlüssel Online mt einem sicheren System (wie z.B. beim GSM System)verifizieren. Hierfür braucht es aber sehr viel Sorgfalt beim Entwurf des Systems und geeignete Hardware, Software und Verfahren. Da dies das System verteuert und auch in der Benutzung unhandlich macht, spart man sich diesen Aufwand. Dann sollte man sich aber auch den Aufwand für die „hochsicheren“ RFID Chips sparen!  Mit viel Lobby lassen sich aber in Deutschland immer noch unsinnige technische Lösungen durchsetzen.

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RSS Feed Generatoren

März 5, 2007 · 1 Kommentar

In allen Fachzeitschriften wird immer wieder von Web Services geschwärmt. In Wirklichkeit werden jedoch ganz wenige vernünftige Dienste im Web angeboten. Diese verwenden zudem meist nicht die vielgelobte komplexe SOA Technologie sondern proprietäre Formate (Google) oder simple XML basierende Datenformate wie z.B. Really Simple Syndication (RSS). Immer mehr Internet Sites speziell Blogs bieten Information in diesem Format an. Dadurch wird es aber auch möglich, diese Information in RSS Feed Generatoren neu anzuordnen und aus fremden Inhalten neue Feeds zu generieren. Durch die Eingabe einiger Suchbegriffe kann man „eigene“ Blogs generieren, ohne auch nur eine einzige Zeile eigenen Inhalt beizutragen. Dadurch wird eine Flut von Informationsquellen suggeriert, die u.a. die Suchmaschinen total verwirren und dem Endbenutzer viel Arbeit machen die Spreu vom Weizen zu trennen. Die ersten Übeltäter tauchen bereits im Netz auf, die durch tausende von abgeleiteten Blogs Benutzer auf ihre Seiten locken und mit Werbung versuchen, Geld zu verdienen. Häufig wird heute noch per LINK auf die originäre Informationsquelle verwiesen. Man kann aber durch eine einfache Änderung eines Style Sheets aber auch die im ursprünglichen RSS Feed gelieferte Information fast beliebig manipulieren. Die Diskussionen um Copyright Schutz im Internet werden damit bereits heute total unterlaufen.  Andererseits kann ein privater, gut aufgesetzter RSS Feed Generator für den Endbenutzer ein mächtiges Werkzeug zur selbstbestimmten Informationsbeschaffung im Internet sein. Wo Licht ist gibt es aber auch Schatten. 

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