Beiträge vom Februar 2007
Nachdem die HBCI Chipkarte durch falsche Auswahl der Technologien von den Banken „totgemanged“ wurde folgt der nächste Technologieflop. Die BW Bank ist mal wieder auf einen Vertreter der Sicherheitstechnologie hereingefallen und propagiert ein kleines Gerät mit dem TANs automatisch generiert werden können. Natürlich findet das den Beifall von sogennanten Sicherheitsexperten. Hierfür braucht man natürlich ein spezielles kleines Gerät, das der Hersteller gern und oft verkaufen würde. Diese Art von Zugriffsgeräten wurde in ähnlicher Art bereits jahrelang in Unternehmen mit wenig Erfolg angeboten.
Die Kunden hat man dabei natürlich nicht gedacht. Dieser müsste nämlich von jeder Organisation, mit der er sichere Online Geschäfte abwicklen will, ein anderes Gerät für den Zugriff erhalten. Es wäre wesentlich günstiger, ein einziges sicheres Gerät für digitale Signaturen also z.B. USB Token, Smartcard oder Handy zu entwickeln oder noch einfacher eine Standardsoftware zu verwenden, um damit sichere Signaturen für den Online Zugriff zu erzeugen. Die Software zur Verwaltung der zugehörigen Zertifikate und Schlüssel ist ja in modernen Browsern (Internet Explorer, Firefox) und auch in die Betriebssysteme von Microsoft eingebaut. Die Sicherheit der Standardsoftware kann jederzeit durch sichere Hardware je nach Bedarf erhöht werden.
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Bei der anstehenden Reorganisation von Airbus (verbunden mit der Entlassung von Tausenden von Mitarbeitern) hat die deutsche Politik Angst, von den Schlüsseltechnologien wie z.B. Kohlefaser-Fertigungstechniken ausgeschlossen zu werden. Die Schlüsseltechologie im internationalen Flugzeugbau ist aber inzwischen das Design System CATIA von Dassault, das sowohl von Airbus als auch vom Konkurrenten Boeing verwendet wird. Ein Grund für die Probleme der deutschen Airbus Werke ist u.a. ein inkompatibles System für die Verkabelung. Das kann sich ein Flugzeugbauer auf Dauer nicht leisten. Es ist überraschend aber nicht verwunderlich, dass in Deutschland als dem klassischen Land des Maschinenbaus kein führendes IT System zum Entwurf von Maschinen entwickelt wurde. Durch die Zusammenarbeit mit dem Systemhaus für CATIA ist es in Frankreich einfacher, neue Technologien mit integrierten Designsystemen zu entwicklen. Schlechte Karten auch langfristig für die deutschen Standorte. Nicht nur Fabrikgebäude und Rollbahnen sondern auch moderne IT ist für die Standortsicherung notwendig.
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Ein US Gericht hat Microsoft zu einer Entschädigung von 1,52 Milliarden $ an Alcatel-Lucent, dem Rechtsnachfolger der Bell Labs, verurteilt. An der Entwicklung des MP3 Formats vor etwa 20 Jahren waren neben dem deutschen Fraunhofer Institut, Thompson (Frankreich) auch die Bell Labs beteiligt. Microsoft hat die MP3 Lizent vom Fraunhofer Institut für die vergleichsweise geringe Summe von 16 Millionen $ gekauft. Alacatel-Lucent behauptet aber, dass wesentliche Patente vorher entstanden sind und durch den MP3 Vertrag nicht abgedeckt sind. Dies zeigt exemplarisch u.a. ein Problem der Zusammenarbeit der IT Industrie mit wissenschaftlichen Instituten. Die in einer gemeinsamen Entwicklung enstandenen Verfahren und Patente können mit den üblichen Kooperationsverträgen von allen Beteiligten gleichberechtigt genutzt werden. Die wissenschaftlichen Institute sind bereits froh wenn irgendjemand ihre Arbeit überhaupt beachtet und verkaufen die Nutzung der Patente in der Regel sehr billig. Sie verfügen ja auch nicht wie große Firmen (IBM, AT&T, Alcatel-Lucent, Microsoft usw) über große Patentportofolios, mit denen man Konkurrenten in faire Verhandlungen zwingen kann.
Diese Patentklage relativiert auch ein bischen die in Deutschland gern präsentierte MP3 Erfolgstory. Obwohl wesentliche Teile der MP3 Entwicklung aus Deutschland kamen, wäre ohne die Unterstützung und die Zusammenarbeit mit den großen US Firmen wohl kein weltweiter Standard entstanden.
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Die Umsetzung innovativer Ideen in Software Produkte oder IT Dienstleistungen ist in Deutschland besonders schwierig. Architekten sind es gewohnt, für Ausschreibungen detaillierte Entwürfe anzufertigen. Als Lohn winken den Architekten nicht nur relativ geringe Preisgelder sondern auch lukrative Aufträge im Wert von Millionen. In der IT werden solche Methoden nicht angewandt, obwohl das für Großprojekte durchaus sinnvoll wäre. Die Gesellschaft für Informatik (GI) lobt zum Beispiel einen Software Preis mit einem Preisgeld von 5000 € aus, Voraussetzung ist dabei aber, dass das vorgeschlagene Software Produkt auf patentierter Software Technologie basiert. Da danach keine großen Aufträge winken, muss ein Softwareunternehmen schon sehr verzweifelt sein, bevor es sich auf so etwas einläßt. Diese Aktion muß wohl als flankierende Manahme der GI gesehen werden, ihre umstrittene Position zu Software Patenten zu stärken.
Amerikanische Venture Kapital Firmen planen nun Innovationsausschreibungen (ähnlich den im Bauwesen üblichen) mit Millionenpreisen und garantierten Aufträgen. Das wäre doch auch in Deutschland eine Überlegung wert, einen Teil der Gelder für Innovationstransfer in einem offenen Wettbewerb für Preise und Zusammenarbeit mit Investoren auszugeben, anstatt die Verteilung der Gelder in Insiderkreisen auszuküngeln.
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In USA soll bis 2014 für jeden Bürger eine elektronische Gesundheitsakte angelegt werden. Das Programm wurde 2004 von President Bush gestartet. Es bestehen aber erhebliche Bedenken, ob das geplante System die privaten Daten der Bürger adequat schützen will und kann. Große Firmen wie Walmart, Intel u.a. beginnen bereits, Gesundheitsdaten ihrer Mitarbeiter zu sammeln. Auch in Deutschland beginnen private Firmen wie z.B. Burda und Siemens Medical in das Geschäft mit den Patientendaten einzusteigen. Einzelne Mitglieder des US Kongesses versuchen das Gesetz so zu ändern, dass der Patient volle Kontrolle über die Erstellung und den Zugriff zu seinen Gesundheitsdaten hat. Sie werden sich wohl nicht gegen die Industrielobby durchsetzen können. Eigenartigerweise gibt es in Deutschland darüber keine ernsthafte Diskussion aber viele Beteuerungen aus Ministerien und Interessenverbänden, dass der Patient volle Kontrolle über seine Gesundheitsdaten hat, was aber bereits heute nicht stimmt. Patientendaten sind heute bei niedergelassenen Ärzten, Kliniken, Pflegediensten usw gespeichert. Die Daten gehören dem Ersteller also dem Arzt oder den Kliniken, die nicht daran interessiert sind, diese Daten anderen zur Verfügung zu stellen. Der Patient weiß weder welche Daten über ihn gespeichert werden noch hat er ein Recht auf Einsicht. Meint man es ernst mit Datenschutz, müsste zuerst eine allgemeine Auskunftspflicht gesetzlich geregelt werden.
Ganz pragmatisch sollte man eine eigene Gesundheitsakte anlegen und darin Notfalldaten, Arztbesuche, Blutwerte, Impfungen und Arztbriefe ablegen. Ich habe meine Notfalldaten und Gesundheitsakte in zwei PDF Dateien in meinem persönlichen Portal abgelegt und kann darauf im Notfall auch mobil mit meinem Nokia N70 Handy zugreifen oder dem behandelnden Arzt Zugriff von seinem PC aus gewähren. Die URL der Notfalldatei bewahre ich neben meiner Versicherungskarte in der Brieftasche. Erfahrungsgemäß suchen medizinische Fachkräfte im Notfall zunächst nach der Versicherungskarte (oder der Kreitkarte in USA). Damit hat man auch die Chance Fehldiagnosen oder veraltete Informationen usw zu kommentieren oder zu korrigieren. Man kann die Gesundheitsdaten aber auch direkt als PDF Datei auf dem Handy speichern. Enthält die Gesundheitsdatei sehr sensitive Daten, sollte man die Datei verschlüsseln. Man sollte dabei ein Verschlüsselungsprogramm wählen, dass sowohl in Deutsch als auch in vielen Fremdsprachen erhältlich ist wie z.B. IZArc . Die Bedienung für den Arzt wird aber damit sehr kompliziert. Die Entschlüsselung der Daten wird dann wohl vom Patienten selbst oder von einer Person des Vertrauens vorgenommen werden müssen.
Meine Erfahrung mit Ärzten ist allerdings, dass man die Gesundheitsakte vor dem Arztbesuch ausdrucken sollte. Ärzte trauen grundsätzlich nur Papier – egal wo die Daten herkommen.
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Die Bundesregierung hat den Schutz des geistigen Eigentums in das Regierungsprogramm aufgenommen und damit vielfältige Einnahmequellen durch Abgaben auf Kopierer, Drucker und auch CD Brenner für die Verwertungsgesellschaft Wort geschaffen. Völlig undurchsichtig ist jedoch, wie und an wen das eingenommene Geld nach Abzug der Verwaltungskosten verteilt wird. Nach neuesten Plänen sollen auch Internet Veröffentlichungen honoriert werden. Die unglaublich hohe Summe von 5 Millionen € soll an die vielen Autoren, die im Internet veröffentlichen, jährlich ausgeschüttet werden. Im Vergleich dazu wird die deutsche Filmindustrie pro Zuschauer mit etwa 8 € gefördert (bei 35 Millionen Zuschauern sind das mehr als 280 Millionen €). Hier ist es auch sehr viel einfacher das Geld an die vielen Interessengruppen direkt zu übergeben. Das System METIS soll die Zahl der Klicks auf die Seiten messen und damit eine Grundlage für die Verteilung des Geldes schaffen. Es wird spannend werden, wie schnell Klick Generatoren und Link Fallen entwickelt werden, die das System manipulieren. Damit wird nur ein weiteres ungerechtes und undurchsichtiges Geldverteilungssystem zu den bestehenden von GEMA und Verwertungsgesellschaft Wort geschaffen. Die meisten Internet Autoren werden wohl dabei leer ausgehen. Es wäre weitaus besser, wenn die Verlage die mit ihren Autoren, die mit ihren Arbeiten Geld verdienen wollen, diese ihren Lesern in Internet Shops anbieten, wie es bei anderen Waren im Internet auch üblich ist.
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Man hat sich langsam ja schon daran gewöhnt, dass das Telefonieren un die Kommunikation im Internet immer mehr zu einer öffentlichen Veranstaltung wird. Die Kunden tragen dazu mit Blogs, Videos usw ja munter bei. Auch das Öffnen privater Briefe nicht nur von staatlichen Stellen war ja seit Jahrhunderten üblich – man lese dazu die nette Szene in „Unter dem Milchwald“ von Dylan Thomas. Auch das Briefgeheimnis stand ja nur auf dem Papier. Der von Innenminister Schäuble geplante legale Zugriff ohne richterlichen beschluss auf die privaten Inhalte von PCs hat eine deutlich andere Qualität, da hier das hohe rechtliche Gut der Unverletzlichkeit der Privatwohnung aufgegeben werden soll. Die politische Diskussion wird wohl wie immer mit einem freundlichen Rückzug der Datenschützer ausgehen. Ich bin aber sicher, dass die Internet Szene wesentlich cleverer als die Beamten im BSI sein wird und geeignete Maßnahmen erfinden wird, diesen Unsinn zu unterbinden. Die bisher recht gute Zusammenarbeit der staatlichen Stellen mit der Internet Szene wird damit wohl zu Ende gehen. Wer läßt sich wohl noch in Sicherheitsfragen von einer Organisation beraten, die im amtlichen Auftrag Trojaner verteilt?
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Nachdem die Deutsche Börse mit ihren Übernahmeversuchen gescheitert ist, droht eine neue Gefahr. Führende Institute u.a. die Deutsche Bank planen Unter dem Projektnamen Turqoise die Einführung einer neuen Handelsplattform. Dies ist ein weiteres Beispiel wie das Internet eingesetzt werden kann um traditionelle, ineffektive Infrastruktur zu ersetzen. Es wird interessant werden, wer als Lieferant für die IT Infrastruktur ausgewählt wird.
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Die Europäische Zentralbank und die EU versuchen, die Kosten für den Geldfluss innerhalb der Staaten der EU bis zum Jahr 2010 durch eine Single Euro Payments Area zu reduzieren. Diese Kosten werden zur Zeit auf etwa 2 – 3 % des Bruttosozialprodukts geschätzt. Damit soll der Einfluss internationaler Organisationen wie VISA, Mastercard und SWIFT im europäischen Raum reduziert werden. Dabei werden neben der EU Bezahlkarte auch wieder Prepaid Karten ähnlich der deutschen Geldkarte propagiert, die ja für Zahlungen im Internet ideal wäre – leider haben die deutschen Banken nicht daran gedacht oder sich vielmehr nicht getraut. Bei Mobiltelefonen sind dagegen Prepaid Karten wie z.B. von ALDI, Tschibo u.a. weitgehend von den Kunden akzeptiert. Prepaid Karten würden anonyme Zahlungen von Kleinbeträgen im Internet ermöglichen, was von vielen Kunden sicher geschätzt wird. Eltern könnten damit Kindern eine sichere und kontrollierte Möglichkeit für das Bezahlen ähnlich wie bei Prepaid Handy Karten ermöglichen. Man kann der vielgeschmähten EU einiges nachsagen aber auf keine Fall Mangel an Visionen und Untätigkeit. Die EU übernimmt zunehmend komplexe Themen aus der Wirtschaftspolitik, während die nationalen Regierungen sich mehr und mehr in politische Scharmützel verwickeln. SEPA bietet vielen IT Beratungunternehmen und IT Lieferanten ein weites Betätigungsfeld.
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Die papierlosen Wahlverfahren, die viele Staaten in USA eingeführt wurden, haben sich nicht bewährt. Florida steigt deshalb auf ein Verfahren mit Stimmzetteln und Auswertung mit Scannern um. Damit kann das System auch von Laien jederzeit nachgeprüft werden. Damit haben die vielen Lobbyisten, die teure und zum Teil proprietäre Wahlmaschinen verkaufen wollten, wohl verloren.
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