IT Politik

Beiträge vom Januar 2007

Kampf um den Desktop – eine neue Runde wird eingeläutet

Januar 30, 2007 · Kommentar schreiben

Microsoft VISTA wird nun auch für Endkunden ausgeliefert. Nachdem der Kampf um die Browser und eMail Clients wohl ausgefochten ist (Firefox und Thunderbird werden von Microsoft bewußt geduldet solange weniger als 10% der Kunden diese verwenden!) wird der Kampf nun auf die Media Funktionen mit Apple, Nintentendo und Co. gegen Microsoft sowie den Office Bereich Google (und mit Einschränkungen Open Office) gegen Microsoft verlagert. Als nächstes Schlachtfeld ist schon der Spiele Client wie z.B. mit Second Life in Sicht. Das wird spannend – zumindest haben hier die Zuschauer und Nutzer eine geringe Einflußmöglichkeit auf den Ausgang des Kampfes. Europas IT spielt dabei wieder einmal keine Rolle.      

Kategorien: Politik · Software

VARTA Polymerbatterie – erfolgreiche Forschungsförderung

Januar 27, 2007 · Kommentar schreiben

Varta erhielt den 27. Innovationspreis der Deutschen Wirtschaft für die Entwicklung der Polymerbatterie, der in kleinen tragbaren Geräten z.B. im Apple iPOD verwendet wird. (Entgegen dem Handelsblattartikel is MP3 aber nicht der Standard mit der iPOD arbeitet – es fallen also auch keine Lizenzgebühren an!). Das Produkt von Varta ist ein erfolgreiches Beispiel wie strategische Forschungsförderung im deutschen Mittelstand in erfolgreiche Produkte umgesetzt werden kann. Das Prinzip des Lithiumionenakkus ist seit langem bekannt und Produkte werden in Japan seit längerem gefertigt. Varta ist es mit Hilfe einer Anschubfinanzierung des Forschungsministeriums und in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten, Maschinenbauern und Verfahrenstechnikern gelungen, einen weltweit einzigartigen Fertigungsprozess zu entwickeln. Durch diesen innovative Prozess kann Varta diese Entwicklung auch in einen wirtschaftlichen Erfolg auf dem Weltmarkt umsetzen. Die wesentlichen Kriterien für eine erfolgreiche Produktentwicklung – Wachstumsmarkt und weltweite Nachfrage, Technologie- und Markt-Knowhow sowie solide Finanzierung - wurden ideal erfüllt.  Durch eine exklusive Fertigung in Deutschland werden auch Umsatz und Arbeitsplätze in Deutschland generiert.  

Warum funktioniert das bei Software in Deutschland nicht ähnlich? Bei Software wird in der Forschung eigentlich nur der Ideenfindungsprozess gefördert. Die Fertigungsstufe von Software – Marketing und Vertrieb – wird in der Forschungsförderung allenfalls verbal adressiert. Mangels potenter, im Markt etablierter Mittelständler  fehlt eine effiziente Vermarktungsinfrastruktur. Deutsche Softwareentwicklungsunternehmen versuchen in der Regel gar nicht ein Produkt zu vermarkten, sondern hoffen ihren Start Up möglichst bald an ein größeres Unternehmen meist in den USA zu verkaufen. Das zeigt aber auch wie schwierig es in Deutschland ist, Gelder für SW Investitionen in Deutschland zu bekommen. 

Kategorien: Hardware · Politik

Virtuelle Diebe in Second Life

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Benutzerschnittstellen für konventionelle Anwendungen sind eigentlich recht langweilig und haben sich in den letzten zehn Jahren kaum verändert. Neue Benutzerschnittstellen und neue Hardware für die Mensch-Maschine Interaktion kommen aus der Spielewelt. Verblüffend ist andererseits wie schnell Probleme der realen Welt in der virtuellen Welt auftauchen. Da Besitz in Second Life nicht nur in Linden Dollar sondern auch in realen $ bezahlt wird, tauchen jetzt bereits virtuelle Diebe in Second Life auf. Allerdings sind die Diebe in der virtuellen Welt freundlicher als in der realen Welt. Anstatt ein schönes Auto, ein schönes Heim oder gar ein Schloss zu stehlen, wird dieses nur kopiert. So läßt sich zumindest der alte Traum vom Reichtum für alle in Second Life realisieren.

In Second Life es virtuellen Grundbesitz ganz wie im richtigen Leben nur gegen reale $ – die Landvermehrer sind schon heimlich unterwegs.

Kategorien: Web 2.0

Politiker im Web – Abgeordnetenwatch

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Leider ist es in Deutschland offensichtlich durchaus akzeptabel, wenn Abgeodnete auf eMails der Bürger nicht antworten. Aus Sicht eines Abgeordneten ist das eventuell sogar verständlich. Er muss doch einen gewissen Aufwand treiben, um eine passable Antwort zu geben. Außer dem Fragenden erfährt aber keiner, wie viel Mühe sich der einzelne Abgeodnete mit seinen Wählern macht. Der einzelne Bürger hat auch kaum Möglichkeit (speziell wenn demnächst keine Wahl ansteht) Druck auf den Abgeordneten zu machen, um eine vernünftige Antwort zu bekommen.

Öffentliche Blogs, wie sie in USA schon lange üblich sind und in Deutschland als innovativ eingeführt werden wie zum Beispiel Abgeordnetenwatch , scheinen eine für Abgeordnete und Bürger eine akzeptable Lösung zu sein. Die Trägervereine Mehr Bürgerrechte e.V. bekommen genügend Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit, sodass die Abgeordneten die Bürgeranfragen nicht ignorieren können und auch mit vernünftiger Qualität antworten. Die Abgeordneten erreichen aber auch mehr Bürger und können in der Öffentlichkeit beweisen, dass sie sich um ihre Wähler kümmern. Somit ist beiden Seiten gedient. Ein gutes Beispiel für sinnvolle Nutzung von Web 2.0 Techniken. Es versteht sich von selbst, dass nicht der Bundestag oder die Parteien für diese bürgernähe Lösung verantwortlich sind, sondern eine unabhängige Gruppe von Bürgern. Vertrauen ist gut – aber auch in der Politik ist Kontrolle besser.

Kategorien: Politik · Web 2.0

IT Sicherheit – zu viel ist zu viel!

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Sicherheit ist laut Meinung vieler Informatiker und auch des Forschungsministeriums einer der starken Felder in Deutschland, die mit viel Publizität und Forschungsgeldern gefördert werden. Meist besteht die Sicherheit jedoch in Vorschriften und Verfahren, die den Betrieb und vor allem die Angestellten behindern. Gängige Praxis in deutschen Betrieben ist es zum Beispiel einen Großteil des Internets für Angestellte zu sperren, um Mißbrauch zu verhindern. Natürlich führt das dazu, dass die Mitarbeiter sich auf ihr begrenztes Firmen-Knowhow zurückziehen und Mitbewerber und Marktinformationen nicht mehr beachten. Engagierte Mitabeiter besorgen sich dann die im Betrieb notwendigen Informaionen privat im Internet, und unterlaufen damit die Sicherheitsverfahren im Betrieb. Firmennetze werden mit vielfältigen Massnahmen gegen den Zugriff der Benutzer gesichert. Bei eMails werden nur gängige Attachmenttypen zugelassen, was die Arbeit in einem Unternehmen bei dem vielfältige Datentypen verwendet werden, stark behindert. Generell werden Mitarbeiter als das größte Sicherheitsrisiko im Unternehmen betrachtet und entsprechend behandelt. Dagegen wird die originäre Sicherheit der IT Installation aus Sparsamkeit und mangels Skills häufig äusserst schlampig gesichert.

In USA entwickelt sich ein interessanter Trend zur Privatisierung von Firmen-eMail. Angestellte leiten ihre Firmen-eMail an private eMail Adressen weiter oder kommunizieren geschäftlich untereinander über private eMail, um von zu Hause aus arbeiten zu können – was die Firma durch umfängliche Sicherheitsmaßnahmen erschwert. Manager vermeiden für kritische Themen zunehmend das Firmennetzwerk, da dort die gesamte eMail protokolliert wird (Sabanes Oxley hat dafür gesorgt!). An sich nicht verblüffend wenn man berücksichtigt, dass viele entscheidende Gespräche im Business auf dem Golfplatz oder über private Mobiltelefone geführt werden.

Mit übertriebenen und wenig zweckmäßigen Sicherheitsmaßnahmen erreicht ein Unternehmen in der Regel genau das Gegenteil von erhöhter Sicherheit! Interessanterweise ist noch kein größerer Problemfall durch Nutzung der „privaten“ eMail entstanden – in der Regel sind auch nur kleine Teile des Geschäfts oder einzelne Geschäftsvorfälle betroffen – während Angriffe auf die in der IT gelagerten Daten oder Verlust der Daten durch Schlamperei doch recht häufig sind.

Es ist fraglich, ob das Bild einer zentralen IT im Unternehmen überhaupt noch der Realität entspricht. Viele der Firmendaten sind bereits heute bei Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern gespeichert. Wenn Firmen noch von ihren Mitarbeitern verlangen, dass sie private Laptops für ihre Arbeit benutzen, dann ist es wirklich nicht mehr weit bis zu einer virtuellen Firmen IT. So neu ist die Idee nicht. Noch in den 60er Jahren mussten Mechaniker in der US Autoindustrie ihr eigenes Werkzeug und eigene Messgeräte zur Arbeit mitbringen. Kein Wunder, dass dann etwas grössere Spalten zwischen den Karosserieteilen durch die man den Wind pfeifen hören konnte, zu einem Markenzeichen der amerikanischen Autoindustrie wurden.

Kategorien: Allgemein · Web 2.0

IT im Gesundheitswesen – wann kommt die Rechnung für den Patienten?

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Ein wesentlicher Bestandteil der Gesundheitsreform soll die Einführung einer Qualitätssicherung sein. Dies wird von der Ministerin Ulla Schmidt immer wieder gebetsmühlenartig betont. Schaut man sich die Pläne jedoch genauer an, kann man eine wesentliche Änderung nicht erwarten. An den Krankenhäusern wird die Einführung eines ISO 9001 artigen Systems zu einer Standardisierung von Prozessen und einer Erhöhung der Standardoperationen führen. In keinem anderen Land werden z.B. so viele Hüft- und Knieoperationen durchgeführt als in Deutschland. Auch lukrative Stent und Bypass Operationen bei Herzpatienten werden oft und nicht immer zum Vorteil des Patienten gern durchgeführt. Wer in Zukunft nicht genügend „Fälle“ aufweisen kann wird wohl Probleme mit den Kassen bekommen. Kritische Fälle werden dann abgelehnt, da sie die Statistik verschlechtern. Aus der Industrie ist hingegen bereits bekannt, dass die Einführung von ISO 9001 Methoden nicht zwingend eine Verbesserung der Qualität bewirken. ISO 9001 schreibt ja nur Methoden und nicht gute Resultate vor. Die Automobilindustrie ist wohl das beste Beispiel, dass Methoden nicht zwingend zu einer Verbesserung der Qualität führen. Allerdings hat die Einführung von ISO 9001 vielen Beratern und unproduktiven Mitarbeitern in der Qualitätssicherung Lohn und Brot gebracht. Die Vielzahl der Gremien, die im Umfeld der Gesundheitsreform gegründet werden, deutet darauf hin, dass wir eine ähnliche Entwicklung im Gesundheitswesen sehen werden. Bei der Qualitätssicherung in den Arztpraxen konnte man sich nicht auf ein verbindliches Verfahren einigen – die Teilnahme an Qualitätsprogrammen ist freiwillig. Allerdings werden die Kassen hier mehr als sanften Druck auf die Ärzte ausüben, sich an mehr oder weniger sinnvollen Qualitätssicherungsverfahren zu beteiligen. Da der Arzt in der Regel für mehrere Versicherungen arbeitet, kommt da eine Lawine von Bürokratie auf die Arztpraxen zu.

Interessanterweise wird bei der Gesundheitsreform sehr viel über Patientenrechte geredet, tatsächlich wird aber sehr wenig getan. Im wesentlichen konzentriert man sich darauf die Patientendaten so zu schützen, dass der Patient sie nicht überprüfen kann. Ich fordere seit langem ein Recht des Patienten auf seine Daten – sowohl Diagnose als auch Rechnung – ein. Nur so kann der Patient kurzfristig prüfen oder prüfen lassen, ob seine Behandlung zweckmäßig und sinnvoll ist. Ohne diese Information ist der Patient seinem Arzt und mehr noch seiner Kasse hilflos ausgeliefert. Privatpatienten erhalten ganz selbstverständlich eine detaillierte Rechnung. Prüft man solche Rechnungen stellt man sehr schnell fest, dass ein großer Teil der Rechnungen nicht richtig ist. Hier kann man folgende Fehler unterscheiden:

  1. Fehlerhafte Eingaben der GOÄ Ziffern (Gebührenordnung für Ärzte) z.B. Ziffer 107 (Entnahme eines Herzschrittmachers nach Todesfall) nach Arztbesuch wegen Grippe
  2. Berechnung von nicht erbrachten Leistungen z.B. spezielle Untersuchungen
  3. Unsinnige Leistungen, die nach allgemeinen Regeln der ärztlichen Kunst im vorliegenden Krankheitsfall nicht sinnvoll sind
  4. Vom Arzt wissentlich falsch gemachte Angaben, um von ihm für notwendig angesehene Untersuchungen bei der Krankenkasse geltend machen zu können.

Eine Diagnoseinformation erhält auch der Privatpatient in der Regel nur, wenn eine Überweisung zu einem anderen Facharzt notwendig ist. Auch diese sind häufig falsch, was teilweise durchaus in Ordnung ist, da ja der Facharzt auf seinem Spezialgebiet kompetenter sein sollte als der Hausarzt und auch über bessere Diagnosemethoden verfügt.

Aus der Industrie ist bekannt (Toyota Methode), dass schnelle Verbesserung der Qualität nur möglich sind, wenn einzelnen Fehlern schnell und konsequent nachgegangen und die Fehlerursache eliminiert wird. Die bei der Gesundheitsreform favorisierten statistischen Qualitätssicherungsmethoden greifen allenfalls langfristig und sind immer mit statistischen Fehlern behaftet, da Patienten nun einmal nich nach standardisierten Verfahren wie in der Automobilindustrie hergestellt werden.

Patienten müssten also vehement eine Kopie oder eine einfache Möglichkeit zur Einsicht in ihre Patientendaten z.B. über das Internet fordern. Dann könnte zum Beispiel ein „Allgemeine Deutscher Patienten Club“ ähnlich wie der ADAC bei Autowerkstätten wirksame Qualitätsmessungen im Gesundheitswesen vornehmen. Davor haben jedoch fast alle Leistungserbringer im Gesundheitswesen mehr Angst als der Teufel vor dem Weihwasser, da ja dann der Patient eine Möglichkeit zum Vergleich hätte. Ohne diese Daten lassen sich speziell die Leistungen von Versicherungen nicht vergleichen und bewerten.

Die Einführung eines solchen transparenten Abrechnungssystems in Deutschland (man sollte sich mal das System von ALDI anschauen) würde etwa 10 Milliarden Euro verteilt über etwa 5 Jahre kosten. Das Geld wäre wohl sehr gut angelegt!

Die Zahnärzte, die immer mehr Leistungen als Zusatzleistung erbringen, arbeiten heute bereits ähnlich wie Autowerkstätten mit detaillierten Diagnosen, Kostenvoranschlägen und Abrechnungen. Wenn’s um die eigenen (Zusatz) Einnahmen geht, funktioniert das plötzlich.

Kategorien: Politik

Bundeswehr vergibt 7 Mrd € IT Auftrag an Siemens und IBM

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Die Bundeswehr hat in einem Outsourcing Vertrag die interne, administrative IT an ein Konsortium vergeben. Dies ist sicher eine richtige Entscheidung, da ähnlich wie bei anderen Diensten in der Bundesrepublik die IT Infrastruktur der Bundeswehr jahrelang vernachlässigt wurde und dadurch auch nicht genügend interne Experten zur Verfügung stehen, um eine komplette Erneuerung der Infrastruktur zu planen und durchzuführen. Im Gegensatz zu anderen Behörden hat sich die Bundeswehr jedoch mit einem kompetenten Planungsstab mehrere Jahre auf diese Entscheidung hin vorbereitet. Es ist auch anzunehmen, dass in der Industrie bewährte Komponenten und Methoden eingesetzt werden, die rasch und zuverlässig zum Erfolg führen können. Natürlich wurden die Vertragspartner auch unter politischen Gesichtspunkten ausgewählt. Siemens hat genügend lange auf die prekäre Lage seiner maroden Service Gesellschaft hingewiesen und ist als Hoflieferant sicher gesetzt. Als Partner für die zentralen Komponenten hat sich überraschenderweise IBM durchgesetzt. Was politisch sicher auch richtig ist, da IBM als einziger der amerikanischen IT Lieferanten signifikante Skill Resourcen unter anderem auch in der Entwicklung in Deutschland hat. Ob der ausgehandelte Preis richtig ist – etwa 700 Millionen Euro/Jahr über 10 Jahre – ist wohl sehr schwierig festzustellen. Die FDP Opposition beklagt sich, dass durch diesen Vertrag die Politik über längere Zeit ihren Einfluss auf die IT Infrastruktur der Bundeswehr verloren hat. Das ist wohl aber als positive Entwicklung zu sehen, da man allein mit Politik keine vernünftige technische Entwicklung steuern kann. Nun liegt es an der Bundeswehr und deren Konsortialpartnern zu zeigen, dass die vereinbarte Lösung strategisch und in der täglichen Praxis funktioniert. Das könnte ein Modell für die Erneuerung der IT Infrasruktur im Gesundheitswesen und in der total zersplitterten öffentlichen Verwaltung sein.

Kategorien: Allgemein · Politik

Das 7. Forschungsrahmenprogramm der EU

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Die Informations- und Kommunikationstechnik wird in dem neuen Programm der EU mit mehr als 9 Milliarden € gefördert. Wie bei der EU üblich liegt der Schwerpunkt auf esoterischen Grundlagenprojekten und der Schaffung von Plattformen (die es meist als Industrie Anwendung bereits gibt). Das soll von einem nationalen Deutschen Programm begleitet werden, das ähnliche abstrakte Ziele verfolgt. Nun ist es ja durchaus löblich, dass in der EU veile Informatiker „für Denken bezahlt werden“, wie es neulich ein Informatiker sehr schön formuliert hat. Andererseits fragt sich der Steuerzahler zu Recht, wenn Projekte, die letzendlich die IT Industrie in Europa nicht voranbringen und zumindest teilweise in konkrete Softwareprodukte umgesetzt werden, massiv mit öffentlichen Mitteln gefördert werden. Eine Online Umfrage und ein mehr als 200 Seiten dicke Analyse zum Innovationsverhalten deutscher Software Unternehmen stellt die Misere amtlich fest.

Das ist auch nicht verwunderlich, da konkrete Anwendungen nicht gefördert werden. Als Tropfen auf den heißen Stein sollte die EU und auch das Forschungsministerium einen gewissen Teil der Forschungsgelder zur Unterstützung konkreter Produktentwicklungen bereitstellen. Dieses Geld sollte von einzelnen, erfahrenen Innovation Managern unbürokratisch verwaltet werden ähnlich wie es Venture Funds tun. Es versteht sich von selbst, dass die Verwendung dieser Gelder z.B. nach z.B. zwei Jahren zu veröffentlichen ist und nicht erfolgreiche Innovation Manager aus dem System ausscheiden müssen. Bei den EU Programmen ist es häufig so, dass ncht erfolgreiche Firmen und Forschungsinstitute mit neuen Themen wieder antreten und auf Grund ihres Beziehungsgeflechts neue Mittel zum weiterwursteln erhalten.

Kategorien: Politik

Google stellt pro Jahr 3000 neue Mitarbeiter fest ein

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Ein wesentlicher Teil des Erfolgsgeheimisses von Silicon Valley sind die Entwickler und ihre Einstellung zum Job. Ein beeindruckendes Stimmungsbild findet man im Artikel „Follow the Talent“ . Hier werden gute Mitarbeiter sogar umworben – kein Wunder wenn allein Google 3000 neue Mitarbeiter im Jahr einstellt! Die Rolle der US Eliteuniversitäten wird dabei oft überschätzt – Elite ist man, weil gute Leute an die Elite Universitäten aus der ganzen Welt kommen und nicht weil die Forschung so exzellent und wichtig für die Industrie ist. Herr Nicholas Negroponte mit seinem erfolglosen Innovationslabor am MIT ist ja ein gutes Beispiel für diese Theorie. Die Entwicklung der Mobiltelephonie (kam ja aus Europa!) hat der Zukunftspapst der IT total verschlafen . Eine IT Industrie baut man auf und aus indem junge Entwickler aber auch einige Geldgeber in der Finanzindustrie, mit dem Ziel selbständige Unternehmen zu gründen, zusammen arbeiten. Bei uns bleiben viele gute Leute viel zu lange in der vom Staat subventionierten Kuschelinfrastruktur der Universitäten und staatlicher Forschungseinrichtungen.

Kategorien: Allgemein · Web 2.0

IT Politik Archiv 2006

Januar 24, 2007 · Kommentar schreiben

Die alten Beiträge von 2006 finden sich im IT Blog 2006.

Auf dieser Plattform erscheinen keine neuen Beiträge mehr.

Kategorien: Blog News · Historie