Bei der letzten Bundestagswahl hat das Internet noch keine große Rolle gespielt u.a. weil CDU und SPD sich auf die uninformierten Wähler des Vorweb Zeitalters konzentrieret haben. Das wird aber bei den nächsten Wahlen wohl nicht mehr funktionieren, da diese Wählergruppe durch natürlichen Schwund ja immer kleiner wird. Meist haben sich die Parteien aber vor der Wahl wenigstens um Internet Auftritte gekümmert , die jetzt als Plattform für die politische Arbeit der Parteien dienen können. Interessant ist es einmal die Aktivitäten der verschieden Partei Stiftungen anzusehen, die ja einen politischen Bildungsauftrag haben und von unseren Steuergeldern gefördert werden.
Rang 1 belegt mit Abstand die FDP speziell mit der Virtuellen Online Akademie der Friedrich Nauman Stiftung. Hier hat man tatsächlich den Eindruck, dass Diskussionen über bestehende FDP Positionen aber auch neuen Ansätze recht offen diskutiert werden. Hier entwickelt sich ganz offensichtlich eine neue Parteikultur weg von muffigen Gaststätten Hinterzimmern der Ortsvereine zu einem offenen Ideen- und Diskussionsforum. Die FDP ist im Web 2.0 angekommen und trifft damit sicher den Nerv ihrer avisierten Zielgruppe .
Hinter der FDP gibt es ein Mittelfeld, das Informationsportale bietet ohne Möglichkeit der Online Beteiliung von Interessenten.Mitmachen und diskutieren ist hier offensichtlich nicht erwünscht.
Rang 2 belegen die Grünen mit der Heinrich Böll Stiftung. Hier werden wenigstens einige Informationen mit ordentlicher Aufmachung präsentiert.
Rang 3 belegen gemeinsam die Konrad-Adenauer-Stiftung der CDU und die Friedrich-Ebert-Stiftung der SPD. Hier wird ganz egozentrisch dargestellt was diese Institutionen tun. Für Diskussionen stehen zunächst mal die eigenen Experten mit Grundsatzreferaten zur Verfügung. Online Beteiligung gibt’s nicht.
Rang 4++ belegt ganz eindeutig die Hanns-Seidel-Stiftung der CSU. Hier ruht Bayern ganz in sich selbst. Viel Geld wird offensichtlich für die Begegnungsstätten Kloster Banz, Wildbad Kreuth und neuerdings auch München ausgegeben, die als Repräsentationszentren fleißig genutzt aber im Jahr nur von < 50 000 Besuchern (wohl meist CSU Mitgliedern) besucht werden. Das ist eine recht teure Methode zur politischen Bildung.
Geheimtip: Wer mal ein paar schöne Tage in Bayern günstig verbringen will, sollte sich bei den Veranstaltungen der Hanns-Seidel-Stiftung anmelden. Gute Unterbringung, gutes Essen und Trinken sowie Animation auf hohem Niveau sind gesichert. So können Sie wenigstens einen Teil Ihrer Steuergelder in mehr Netto vom Brutto umwandeln.
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Während die deutschen Gesundheitsbehörden die Bürger nur spärlich und auf verschlungenen Wegen über die Gefahr durch die Schweinegrippe unterrichten, hat die US Gesundheitsbehörde eine offizielle Schweine Grippe Website eingerichtet auf der man sich umfassend informieren kann. Dabei gibt es auch Informationen in welchen Gebieten sich die Schweinegrippe ausbreitet und wie schwer die Erkrankungen ablaufen.Man sieht da z.B. dass die Schweinegrippe sich zuerst in den nördlichen, kühleren Bundesländern ausbreitet. Dadurch und z.B. durch die Website einer Selbsthilfegruppe zu Impfrisiken erhalten die Bürger eine wirkliche Hilfe bei der schwierigen Entscheidung, ob sie sich nun impfen lassen sollen oder nicht. Dabei laufen die USA eventuell in das Problem, dass sich zu viele informierte Bürger impfen lassen wollen und der Impfstoff fehlt, weil in USA der für einen Grossteil der normalen deutschen Bevölkerung vorgesehene „gestreckte“ Impfstoff in USA nicht zugelassen ist. In Deutschland verfällt aber wohl ein Großteil des teuren Impfstoffs weil sich nicht genügend Bürger mangels Information impfen lassen wollen. Der Weg zur Informationsgesellschaft ist eben lang und holprig. In Deutschland fehlt es offensichtlich an Knowhow bei den Entscheidungsträgern und an Personal in den Behörden, um solche Systeme im Krisenfall rasch aufzusetzen. An Technik liegt und Skill der deutschen IT liegt es wohl nicht. Es ist aber offensichtlich einfacher Geld für die Produkte der Pharnaindustrie als für IT Systeme auszugeben.
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Während sich die Deutschen fragen, wer die Schulden der Krise bezahlen soll, machen sich innovative ITler in USA Gedanken, wie man maroden Geschäftszweigen wieder auf die Beine helfen kann. Eine marode Sparte ist sicher der Buchhandel, der immer mehr Kunden an die Internet Händler verliert. Der traditionsreiche Buchhändler Barnes&Noble in USA ist dabei auf einen interessanten Dienst für den Kunden gekommen, der geschickt die Stärken einer traditionellen Buchhandlung – nämlich die Möglichkeit das Buch vor dem Kauf anzulesen- mit moderner IT kombiniert. In Barnes&Noble Läden wird man mit NOOK, dem neuen E-Book von Barnes&Noble (und Konkurrenten von Amazon’s KINDLE) alle Bücher über eine freie WLAN Verbindung anlesen können. Das soll vor allem junge Kunden in die Läden bringen, die sich heute vorwiegend im Internet bedienen.
Das ist ein sehr schönes Beispiel wie eine neue Technologie (das E-Papier) nur dann Erfolg hat, wenn auch interessante Anwendungen und Vertriebswege geschaffen werden. In Deutschland werden zwar beliebig viele Technologie-Forschungsprojekte gefördert, bei der Umsetzung in neue Produkte versagt jedoch unsere Infrastruktur. Na ja, man kann auch jede neue Falte an der Karosserie eines hochpreisigen Automobils als Fortschritt feiern.
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An der Besetzung der Ministerien kann man ablesen, wo wirklich Veränderungen in der kommenden Legislaturperiode zu erwarten sind. Nur die Posten des Gesundheitsministers und des Verteidigungsministers sind mit Personen besetzt, die sich eventuell durch Veränderungen politisch profilieren wollen. Annette Schavan als alte/neue Forschungsministerin ist dagegen ein Signal, dass sich auf diesem wichtigen Gebiet weiterhin nichts wesentlich verändern wird. Mit der eindeutigen Bevorzugung der Großforschung und der Industrie Platzhirsche sowie eine umständliche und ineffektive Steuerung durch Ministerialbürokratie und Hochschulklüngel wird Deutschland wohl keine Innovationswelle aus der Krise helfen. Die IT Industrie ist das beste Bespiel wie Innovationen heute und in Zukunft abläuft. Die Innovationen kommen nicht über den von der Politik geförderten Weg der Grundlagenforschung und Anwendungsforschung an Universitäten in die etablierten Unternehmen. Leuchtturmprojekte wie Windkraft (hier ist Dänemark Marktführer) oder Solarzellen (das Geschäft ist jetzt ähnlich wie die Halbleiterei im Fernen Osten), die der deutsche Steuerzahler mit höheren Kosten für Strom bezahlt, zeigen das Scheitern der deutschen Innovationspolitik exemplarisch.
Innovationen werden vielmehr von cleveren jungen und manchmal auch älteren Individuen getrieben, die meist ausserhalb der bürokratisierten Forschungs- und Entwicklungspfade agieren. In der nächsten IT Generation kommen die Innovationen wohl ähnlich wie bei Twitter von den Kunden selbst. Die Großunternehmen kaufen dann erfolgreiche Kleinunternehmen und ihre Kunden auf, sobald diese sich am Markt etabliert haben und ihnen das Kapital für weitere Expansion von den Banken nicht mehr zur Verfügung gestellt wird. Dies Strategie kann man z.B. bei Oracle und mit Einschränkungen auch bei IBM beobachten.
Will man Beschäftigung durch Innovation gezielt fördern, muss man junge technische Fachkräfte z.B. über angemessen dotierte Gründungsstipendien und junge Firmen über Beihilfen zu Gehältern unterstützen. Man sollte kein Geld für abstrakte Programme, deren Wirkung auf die Beschäftigung fragwürdig ist und nicht für Unternehmen ausgeben, deren Ableben auch durch massive Förderung nicht verhindert werden kann.
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Baden-Württemberg hat ein Service Portal www.service-bw.de eingerichtet, in dem man auch eine Beschwerdestelle fürs Internet findet.
Hier kann man such u.a. beschweren, wenn gewerbliche oder private SPAM eMail einläuft. Das ist mal eine positive Meldung. Schaut man allerding genauer hin, so gilt dieser Service nur wenn der Betroffene in Baden-Württemberg wohnt oder der Absender im Ländle seinen Sitz hat. Das ist ja im Internet häufig der Fall! Der Amtschimmel wiehert aber noch weiter:
Zitat Service B-W
Eine E-Mail, die ausschließlich dem Zweck dient, Viren zu verbreiten, ist keine Spammail. Eine Beschwerde würde Ihnen in diesem Fall nicht helfen. Tipps zur Vorbeugung, Erkennung und Beseitigung von Virenbefall finden Sie auf den Internetseiten des
Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.
Na ja, was nicht ist kann ja noch werden. Zumindest der Ansatz etwas gegen illegales Verhalten im Internet zu tun ist ja löblich. Unverständlich ist dagegen, dass diese Dienste auf der Ebene eines Bundeslandes und nicht für alle Bundesländer angeboten werden. Das wäre doch mal eine schöne Gelegenheit für länderübergreifende Kooperation und Einsparung von Verwaltungskosten.
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Die Akzeptanz und die Qualität der Mathematik als Grundlage aller Natur- und Ingenieurwissenschaften und speziell der IT entscheidet mehr als alle Politik über die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Natürlich ist Mathematik als „hartes“ Fach bei vielen Schülern und Eltern nicht unbedingt beliebt. In USA speziell in New York wurde versucht, dem Verfall der mathematischen Kenntnisse in den Schulen mit einem aufwendigen Programm engegenzuwirken. Schulen, Rektoren und Lehrer wurde daran gemessen, wie stark sich ihre Schüler verbessern. An die Ergebnisse wurden die Gehälter der Lehrer gekoppelt. Dies brachte bei den internen Tests der Schulbehörden signifikante Verbesserungen und damit auch Gehaltserhöhungen der Lehrer. Der in USA übliche Test auf Bundesebene zeigt aber nun, dass sich die Schüler praktisch nicht verbessert haben. Man hat sich also mit viel Aufwand und Kosten in die Tasche gelogen. Jeder der ein bischen Menschenkenntnis hat, wundert sich natürlich nicht über das Ergebnis. Ähnlich verfahren in Deutschland einige Länder deren Abiturienten, so geringe Mathematikkenntnisse haben, dass die Hochschulen Vorkurse einrichten müssen. Natürlich scheuen die Kultusminister dieser Länder bundesweit einheitliche Tests. Schlimm genug, dass man EU Aktivitäten auf diesem Gebiet nicht total unterbinden kann.
Eine ähnliche Entwicklung wie an den Schulen sieht man in der deutschen Hochschullandschaft. Es werden auf Teufel komm raus neue „Hochschul-Studiengänge“ geschaffen, die vor allem eine große Zahl von Batchelor Absolventen produzieren sollen, damit man endlich wie von der OECD gefordert, einen höheren Anteil an Akademikern ausweisen kann. Es werden Tausende von extrem spezialisierten Studiengängen geschaffen (meist weil die Professoren keine Lust haben über ihren aktuellen Erfahrungsschatz hinaus dazuzulernen) deren Absolventen nach Abschluss keinen adequaten Arbeitsplatz in ihrem Fachgebiet finden. Die ganze Fachausbildung, die natürlich auf Kosten der Grundlagen des jeweiligen Fachgebiets erfolgte, nützt den Absolventen nichts, sondern schadet eventuell sogar. Die Absolventen haben dann jede Menge „Soft Skills“ aber kaum mathemathisches und naturwissenschaftliches Grundlagenwissen. Man arbeitet damit auf italienische Verhältnisse zu, wo trotz geringer Akademiker Quote 1/3 der Absolventen eine Arbeit annehmen, für die überhaupt keine akademische Ausbildung notwendig ist, und trotzdem die Arbeitslosenquote für Akademiker bei 10% liegt. Aber auch in Berlin kann man sich heute bereits bei der Taxifahrt mit Ingenieuren und promovierten Geisteswissensschftlern auf hohem Niveau unterhalten.
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Der Vorstand der Bundesbank besteht hauptsächlich aus ergrauten Herren, die sich in verschiedenen Funktionen der Parteien verdient oder unbeliebt gemacht haben und dann auf einen schönen Versorgungsposten bei der Bundesbank abgeschoben werden. Herr Sarrazin ist jetzt zum CIO (Career Is Over) degradiert worden, wobei ihm jegliches Verständnis und Erfahrung für das Management einer komplexen IT , wie sie im Bankenwesen üblich ist, fehlt. Dafür kennt er sich offensichtlich im Berliner Gemüsehandel hervorragend aus. Man kann daraus schließen, dass entweder die IT bei der Bundesbank so unterentwickelt ist, dass praktisch jeder diese leiten kann oder dass die Bedeutung der IT für eine effektive Kontrolle des Bankenmarktes bei der Bundesbank total verkannt wird. Es ist völlig schleierhaft, wie die Bundesbank ihre Aufsichtspflicht ohne exzellente IT nachkommen will. Vielleicht will sie und die Politik das ja auch gar nicht.
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Vor den Wahlen haben ja alle Parteien ein wenig Internet probiert. Die FDP hat dabei die größten Fortschritte gemacht. Nach den Wahlen ist es bei den meisten Parteien schon wieder mit der Betreuung der Bürger im Internet nicht mehr weit her. Das sieht man wenn man in Google Parteiname Portal eingibt. Ziel sollte es für jede Partei sein, dass ihr Portal als Top Adresse in Google erscheint. Am schwächsten ist hier die CSU – im Internet unter ferner liefen weil die California State University mal schon die ersten Plätze belegt. Am besten schneidet noch die Frauen Union mit einem Platz unter den zehn ersten Hits ab. Die Auftritte der CDU und SPD strahlen ein gesundes Selbstbewusstsein aus – die Informationsbedürfnisse der Bürger werden schlicht mit ein paar Wahlplakaten abgespeist – bei der Google uche werden sie praktisch nicht gefunden. Die Linken haben zwar ein Portal das aber in Google nicht gefunden wird, was für eine geringe Vernetzung oder geringe Zahlungen an Google Marketing schließen läßt. Die Piratenpartei hat natürlich einen recht lebendigen Auftritt. Die eigentliche Überraschung ist aber die FDP, die mit einem gekonnten, professionell gemachtem Portal mit Einbindung liberaler Blogs überrascht. Hier mal zum Vergleich die Partei Portale
CDU Portal
CSU Portal
Die Linke Portal
FDP Portal
SPD Portal
Piraten Portal
Nur die FDP und die Piraten haben offensichtlich die Interaktivität mit Web 2.0 Anwendungen für ihre Fans entdeckt. Die anderen Parteien fürchten sich entweder vor ihren Unterstützern oder legen auf die paar Prozent, die man mit vernüntigem Informationsaustausch im Web erreichen kann, keinen Wert.
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Obwohl in Deutschland viel Geld für Universitäten und Forschung ausgegeben wird, gibt es praktisch keine IT Firmen, die wirklich neue Technologien auf den Markt bringen. Norwegen hat es offensichtlich aber geschafft ein günstiges Klima für IT Technologiefirmen zu schaffen. Opera oder Tandberg, das jetzt von CISCO für 3 Milliarden $ gekauft wurde, sind gute Beispiele für die erfolgreiche IT Förderung in Norwegen. In der Regel bleiben die Arbeitsplätze dieser Firmen auch dann in Norwegen, wenn die Firmen wie üblich von den IT Marktführern aufgekauft werden. Wahrscheinlich liegt es an der Struktur der Förderung in Deutschland, dass zwar viel Geld ausgegeben wird aber Arbeitsplätze eher verschwinden wie z.B. bei Siemens, das jahrzehntelang üppig gefördert wurde aber ein Zukunftsfeld nach dem anderen mangels geschäftlichen Erfolgen aufgibt.
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Die elektronische Patientenakte ist eines der Schlüsselelemente in der Krankheitsindustrie um sowohl die Kosten zu senken als auch die Qualität der Behandlung zu verbessern. Nur wenn Untersuchungen und Befunde klar dokumentiert sind, kann man quantitve Aussagen über Behandlungsmethoden und Kosten machen und daraus sinnvolle Aktionen ableiten. Während z.B. Zahnärzte mit vielen Privatpatienten voll auf IT setzen (nicht aus Nächstenliebe sondern um ihre Kosten zu reduzieren und ihren Profit zu erhöhen) wehren sich viele Ärzte gegen digitale Dokumente im zentralen ärztlichen Bereich. Nur im Bereich der Abrechnung mit den Kassen hat sich die IT durchgesetzt – und da lohnt sich der Einsatz der IT offensichtlich! In USA hat man erkannt, dass eine digitale Patientenakte überwiegend in den Praxen der Ärzte nutzt, weil dort die meisten Leistungen erbracht werden und die Praxen auch am Anfang der Pflegeketten in Kliniken und Pflegeheimn stehen. Eine zentrale Patientenakte, wie sie in Deutschland noch geplant ist, bringt relativ wenig Vorteile, weil viele Befunde der einzelnen Teildisziplinen für andere Ärzte überhaupt nicht interessant sind (und das Studium dieser Befunde auch nicht bezahlt wird). Falls notwendig werden aber Patientendaten ausgetauscht wenn auch meist ineffektiv oder zu spät. Ein Arztbrief aus einer deutschen Klinik erreicht den Hausarzt oft erst wenn die Behandlung längst abgeschlossen oder der Patient verstorben ist.
Die Umstellung von Patientenakten von Papier auf digitale Daten und Dokumente erfordert aber einen recht hohen Aufwand, den zunächst die Ärzte erbringen müssen, ohne dafür schnell einen Vorteil zu erhalten. In USA gibt der Staat für die Umstellung Zuschüsse bis zu 40 000 $ in 5 Jahren. Fortschrittliche Krankenkassen legen dazu nochmal 45 000 $ dazu. Nur mit Investitionen kann man die Struktur im deutschen Krankheitswesen verbessern, um anschließend sparen zu können. Andere Industriezweige haben das längst erkannt – man stelle sich z.B. vor ALDI würde heute noch mit Papierbelegen und Formularen arbeiten. Mit seiner weltweit einmaligen Effizienz in der Bereitstellung von Nahrungsmitteln hat ALDI wohl mehr für die ärmeren Bundesbürger getan als alle Regierungsprogramme. Nur mit Einführung moderner Geschäftsmethoden kann man die Kosten im deutschen Krankenwesen in den Griff bekommen, ohne dass Patienten und Ärzte darunter leiden müssen. Man stelle sich einmal vor wie die Kosten für Medikamente sinken würden, wenn ALDI Medikamente verkaufen würde!
Ein neuer Gesundheitsminister hat in Deutschland nun die Chance, die über die Jahre angesammelten Dogmen und ideologisch gefärbten Projekte über Bord zu werfen und die Gesundheitsindustrie als Industrie und nicht als Mimosengarten für die verschiedenen Lobbygruppen zu behandeln.
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